Nach dem vorletzten Spieltag der Super League steht fest, dass der FC Winterthur in die Challenge League absteigt. Trotz eines vielversprechenden Starts und einer frühen Führung gegen Grasshoppers wurde das Spiel von Patrick Rahmen letztlich verloren (sda). In den ersten zehn Minuten erzielte Pajtim Kasami zwei Treffer nach einem Eckball, was einen idealen Beginn für Winterthur bedeutete. Der 33-jährige Stürmer, der einst als Jugendlicher bei beiden Vereinen spielte, traf innerhalb von drei Minuten nahezu unbehelligt. Winterthurs Start im entscheidenden Abstiegsspiel im Letzigrund war vielversprechend, doch die Grasshoppers zeigten lange Zeit weder defensiv Stabilität noch offensive Durchschlagskraft. Unter dem dritten Trainer Peter Zeidler in dieser Saison blieb der Auftritt des Teams enttäuschend, auch nach frühzeitigen taktischen und personellen Anpassungen. Mittelfeldspieler Imourane Hassane musste bereits kurz nach 15 Minuten durch Stürmer Lee Young-Jun ersetzt werden. Der Ausgleich für die Grasshoppers gelang erst nach einem unnötigen Foul von Théo Golliard, der Dirck Abels die Chance auf einen Penalty einbrachte. Kurz darauf erzielte Lee den Ausgleichstreffer per abgefälschten Schuss und Kapitän Abels verwandelte nach einem Eckball zum 3:2-Sieg. Ein Sieg wäre für Winterthur notwendig gewesen, um die Chance auf einen Relegationsplatz zu erhalten, doch ein Lattentreffer war das letzte Aufbäumen einer Mannschaft, die oft durch schwache Abwehrleistungen gezeichnet wurde. Vier Jahre nach dem Wiederaufstieg unter Alex Frei steigt Winterthur nun wieder ab. Der Höhepunkt in der höchsten Liga war vor zwei Jahren mit dem Einzug in die Championship Group, doch ein Platz im Europacup blieb verwehrt. Die vergangenen drei Spielzeiten waren von Abstiegskämpfen geprägt, die Winterthur zweimal für sich entscheiden konnte dank starker Moral. Auch in dieser Saison kämpfte der Underdog vorbildlich, lag aber seit Runde 3 am Tabellenende und hatte eine fast aussichtslose Lage. Am letzten Spieltag konnten sie diese letzte Chance nicht nutzen, auch wenn sie bis zum Schlusspunkten gaben. Ähnliches lässt sich über die Grasshoppers sagen. Der Rekordmeister zeigte gegen Winterthur rechtzeitig Moral und erhält somit eine weitere Gelegenheit in der Barrage. Zum dritten Mal hintereinander stehen sie dort, wo sie am nächsten Montag und Donnerstag auf den Zweitplatzierten aus der Challenge League treffen werden – entweder Vaduz oder Aarau.