Julian Baumann berichtet über das Zuger Betreibungsamt, welches jährlich Tausende von Zahlungsforderungen stellt. Die Summen erreichen beträchtliche Höhen und zeigen die einzigartige wirtschaftliche Dynamik Zugers im Vergleich zur Schweiz.
Die Aufgabe umfasst alles – von der Schätzung einer 13-Millionen-Luxuswohnung bis zu einem Zahlungsbefehl für eine Firma, die 55 Franken schuldet. Diese extrem unterschiedlichen Fälle werfen Fragen nach dem Nutzen bei niedrigen Beträgen auf und beleuchten die häufigere Praxis von Firmenbetreibungen im Wirtschaftskanton.
Das Zuger Betreibungsamt ist für seine Rekordwerte bekannt, mit rund 14.817 ausgestellten Betreibungen jährlich, wovon fast 57 Prozent an juristische Personen gingen. Im Gegensatz dazu sind es landesweit nur etwa zehn Prozent. Seit der Eingliederung von Steinhausen (2017) und Walchwil (2023) umfassen die Zahlen auch diese Gemeinden.
Im letzten Jahr wurden Betreibungen mit einem Gesamtvolumen von nahezu zwei Milliarden Franken eingeleitet, verglichen mit rund 230 Millionen Franken in Luzern. Zahlungen beliefen sich auf etwa 28 Millionen Franken, und durch Pfändungsverfahren kamen weitere zwei Millionen an Gläubiger.
Die Summe der letzten zehn Jahre beträgt 13,9 Milliarden Franken, mit einem Höhepunkt im Rekordjahr 2019 bei fast fünf Milliarden. Seit 2023 stieg die Zahl erneut deutlich an.
Das Spektrum reicht von einigen Franken bis zu hunderten Millionen. Im Jahr 2025 wurden über 830 Betreibungen unter 100 Franken eingeleitet, während mehrere Fälle dreistellige Millionenbeträge betrafen und erfolgreich beglichen wurden.
Betreibungen gegen Firmen sind oft komplexer und erfordern zusätzliche Abklärungen. Die Kosten variieren je nach Einzelfall und Prozessverlauf. Verfahren mit hohen Forderungen können aufgrund ihrer Komplexität mehr Aufwand verursachen.
Quellen: Schriftlicher Austausch mit dem Betreibungsamt Zug, Luzern sowie Bundesamt für Statistik, Medienarchive und Amtsblätter.