Trotz der Waffenruhe setzen sich die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hizbullah im Süden Libanons fort. Die Miliz befindet sich in einer derartigen Bedrängnis, wie es seit Langem nicht mehr der Fall war. Dennoch stellt sich die Frage: Wie hält sie ihre Macht aufrecht?
Im Dorf Klaileh werden Hunderte von Särgen getöteter Hizbullah-Kommandos durch das Dorf getragen. Der Libanon-Korrespondent Rewert Hoffer bemerkt eine veränderte Stimmung im Vergleich zu früher: weniger Begeisterung, weniger Siegesgewissheit und mehr Erschöpfung sind spürbar. «Der Hizbullah steht so stark unter Druck wie seit Jahren nicht», beschreibt er die aktuelle Lage.
Die Miliz verbleibt jedoch tief in ihren Hochburgen verwurzelt. Für viele Schiiten ist sie mehr als eine bewaffnete Gruppe; sie fungiert als politische Partei, Sozialstaat und Beschützerin. Da der libanesische Staat im Süden schwach vertreten ist, sehen die Menschen keine Alternative zur Hizbullah. Laut Hoffer in der jüngsten Ausgabe von «NZZ Akzent» sei eine Entwaffnung der Miliz jedoch aus weiteren Gründen kaum realistisch.
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