Die Gespräche in Peking konzentrieren sich auf mehrere Themen, um die Spannungen zwischen den USA und China zu entschärfen. Nach dem Besuch Donald Trumps im Jahr 2017, bei dem er vom chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping eine private Kaiserpalastführung erhielt, verhängte Trump Strafzölle auf chinesische Produkte. Diese Maßnahme belastete das Vertrauen zwischen den beiden Führern der weltweit größten Volkswirtschaften schwer. Nun steht ein weiterer Gipfel in Peking an, bei dem Themen wie die Taiwan-Frage und der Wettlauf um künstliche Intelligenz im Vordergrund stehen. Aufgrund von Konflikten mit dem Iran wurde die Vorbereitung nur minimal betrieben, was Peking verärgert haben könnte. US-Finanzminister Scott Bessent und He Lifeng, Chinas Handelsverantwortlicher, treffen sich am Mittwoch in Seoul, um mögliche Kompromissbereiche zu diskutieren. Xi will Trump mit einem symbolträchtigen Besuch im Himmelstempel beeindrucken. Dort beten die Menschen für eine reiche Ernte – ein Symbol, das auch auf den Ausgang des Gipfels hindeuten könnte. China ist Irans Hauptverbündeter und nimmt etwa 90 Prozent seines Rohöls ab. Zudem liefert es Dual-use-Güter an Iran, was Trump Xi kritisieren dürfte. Die USA haben zuletzt Sanktionen gegen chinesische Satellitenfirmen verhängt. Der Taiwan-Konflikt steht ebenfalls im Mittelpunkt. China möchte von den USA eine klare Ablehnung einer taiwanesischen Unabhängigkeit, während Trumps Administration neutraler formuliert. Es besteht die Sorge, dass Trump unter chinesischem Druck nachgeben könnte. Die US-Waffenlieferungen an Taiwan sind ein weiteres Streitthema. China fordert von den USA eine Lockerung der Exportbeschränkungen für Hochtechnologieprodukte im Bereich KI. Die USA haben diesbezüglich bereits gelockerte Auflagen verhängt, verlangen aber von US-Firmen nun einen 25-Prozent-Anteil an Chipverkäufen nach China. Beim Thema seltene Erden ist Peking der Weltmarktprimus. Nach amerikanischen Importzöllen reagierte China mit Exportkontrollen für sieben Elemente, was zu Materialengpässen führte. Beide Länder könnten von einer Zusammenarbeit bei den Risiken neuer KI-Technologien profitieren. Handelszölle bleiben Trumps bevorzugtes Instrument in der Wirtschaftspolitik. Peking hat mit Gegenmaßnahmen reagiert, und der bilaterale Güterhandel ist zurückgegangen. Ein Handelsrat könnte zur Steuerung der Beziehungen beitragen. Trump plant möglicherweise wirtschaftliche Vereinbarungen, begleitet von CEOs großer amerikanischer Unternehmen. China könnte wiederum Flugzeugbestellungen als Verhandlungsmasse nutzen. US-Lieferstopps für Flugzeugtriebwerke an China könnten eine Lösung bieten. Trotz Versprechen hat der chinesische Markt für Sojabohnen nachgelassen, was Trumps Errungenschaften schmälert. Insgesamt suchen beide Seiten wirtschaftlichen Nutzen durch Handelsinterventionen, obwohl sie sich gegenseitig schaden könnten. Nach neun Jahren verändert sich das Spiel: Die USA treffen auf ein technologisch und ökonomisch fortgeschritteneres China. Der Gipfel stellt die Frage, ob Kooperation in verschiedenen Bereichen noch möglich ist.