Der Technologie- und Handelsriese Amazon hat am Dienstag erfolgreich sechs Tranchen von Anleihen im Umfang von insgesamt 2,82 Milliarden Schweizer Franken aufgenommen. Diese Emission in der Landeswährung markiert das erste Mal, dass Amazon sich über solche Mittel finanziert. Laut den beteiligten Finanzinstitutionen variieren die Laufzeiten der Anleihen zwischen drei und 25 Jahren, was dem Unternehmen eine langfristige finanzielle Flexibilität bietet.
Dieser Schritt gilt als einer der bedeutendsten in Schweizer Franken für ein einzelnes Unternehmen. Im Februar hatte Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, mit fünf Anleihen in der Schweiz 3,1 Milliarden Franken eingesammelt und damit einen noch größeren Betrag aufgenommen.
Amazon steht vor hohen Investitionsausgaben: Vor drei Monaten kündigte das Unternehmen Pläne an, rund 200 Milliarden Dollar für Forschung in Künstlicher Intelligenz, Chipentwicklung sowie Robotik- und Satellitentechnologien zu investieren. Diese Ankündigung sorgte zunächst für Beunruhigung bei den Investoren, die jedoch ihre Besorgnis mittlerweile überwunden haben.
Kürzlich vertiefte Amazon seine Kooperationen mit KI-Spezialisten wie OpenAI und Anthropic, wobei diese auf die Rechenkapazitäten von Amazon zurückgreifen. Das Unternehmen profitiert stark vom steigenden Bedarf an KI-Inferenzanwendungen, insbesondere durch den Einsatz seines eigenen KI-Chips Trainium, der Effizienzvorteile bietet.
Ross Sandler von der Barclays-Bank merkte an: “Amazon baut in den kommenden Jahren mehr KI-Kapazitäten auf als jedes andere Unternehmen. Mit dem Aufkommen von agentenbasierten KI-Produkten wird AWS, die Cloud-Sparte von Amazon, zu einem zentralen Dreh- und Angelpunkt führen.” Dies fördere zusätzliche Workloads in der Cloud und stärke die operativen Margen, was Sorgen über die hohen Investitionen mildert.