Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs fand die Eishockey-Weltmeisterschaft 1939 in Zürich und Basel statt. Dieses Event gilt als eines der ersten großen Sportereignisse in der Schweiz, obwohl es nicht das erste Mal war, dass die Schweiz eine WM ausrichtete – zuvor waren St. Moritz und Davos Gastgeber gewesen.
Die Wahl der beiden Grossstädte Basel und Zürich als Austragungsorte hing mit den vorhandenen Kunsteisbahnen zusammen, die erst seit kurzem verfügbar waren und eine solche Veranstaltung ermöglichten. Diese Stadien – Dolder in Zürich und Margarethen in Basel – boten zudem eine bessere Anbindung als die Bergorte.
Das Turnier entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten: Etwa 200.000 Menschen sahen die 36 Spiele, was veranlasste, dass die SBB Extrazüge einsetzten und auch lokale Verkehrsbetriebe Rekordzahlen meldeten.
An der WM nahmen 14 Teams teil, darunter die Eishockey-„Mutterländer“ Kanada und USA. Die Schweiz trat mit dem Trainer Ulrich von Sury an, unterstützt von Stars wie Richard „Bibi“ Torriani sowie den Brüdern Hans und „Pic“ Cattini im ni-Sturm. Der Kampf um die Spitzenplätze trug zur allgemeinen Euphorie bei.
Unter den Teilnehmern befand sich auch Jugoslawien, damals noch ein Eishockey-„Entwicklungsland“. Im Spiel gegen die Schweiz erhielten sie eine 23:0-Niederlage – der höchste Sieg des Schweizer Nationalteams bis heute.
Ein weiteres kurioses Ereignis war das Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Italien in Zürich. Trotz mehrerer Verlängerungen stand es immer noch 0:0, als ein Nebelabbruch die Partie beendete. Ein anschließendes Organisationskomitee beschloss, dass das Torverhältnis aus anderen Spielen zählen sollte, wodurch Deutschland in die Zwischenrunde einzog.
In der Finalrunde trafen neben Kanada und USA auch die Schweiz und Tschechoslowakei aufeinander. Kanada sicherte sich den Titel, während das Spiel um Platz drei zwischen der Schweiz und Tschechoslowakei gleichzeitig als Europameisterschaft galt.
Nach einem 0:0 nach Verlängerungen im Entscheidungsspiel in Zürich musste ein Wiederholungsspiel angesetzt werden. Dieses fand etwa drei Wochen später in Basel statt, was aufgrund der politischen Spannungen in der Tschechoslowakei schwieriger wurde – einige Spieler waren zum Militär eingezogen.
Dennoch war das Wiederholungsspiel ein Highlight: Über 16.000 Zuschauer füllten die „Kunschti“ bis auf den letzten Platz, was einen Rekord darstellte und lange Zeit unübertroffen blieb. Das Schweizer Team gewann mit zwei Toren von Geromini und Rüedi.
Zwischen 1939 und der nächsten Begegnung mit Tschechoslowakei in Basel lagen fast vierzehn Jahre. Bei dieser WM 1953 war das Aufeinandertreffen ein Vorrundenspiel, welches die Tschechoslowakei für sich entschied.
Diese WM galt als „Rumpf-WM“, da nur vier Mannschaften teilnahmen. Kanada und USA fehlten wegen Terminüberschneidungen und hohen Kosten, während andere Nationen auf die B-WM fokussierten, die in der Schweiz parallel stattfand.
Schweden gewann das A-Turnier gegen den Gastgeber Schweiz und Deutschland. Im folgenden Jahr siegte erstmals die Sowjetunion bei einer WM, was eine neue Ära im Eishockey einläutete.