Forscher aus der Schweiz, den Niederlanden und Südafrika haben ihre Sequenzdaten von Hantavirus-Infektionen verglichen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Viren sich stark ähneln – fast identisch sind. Dies stützt die These, dass alle Ansteckungen auf eine einzige Person zurückzuführen sind. Auch der zeitliche Verlauf der Infektionen spricht dafür: Zwei Wochen nach der ersten Erkrankung fiel der Ehemann derselben ebenfalls krank aus. Später erkrankten weitere Passagiere sukzessive, was auf eine Kettenreaktion hindeutet. Hätte es mehrere gleichzeitige Ansteckungen von einer gemeinsamen Quelle gegeben, wären die Erkrankungen zeitgleich erfolgt.
Es handelt sich dabei nicht um eine neue oder gefährlichere Virenvariante. Die Sequenzdaten identifizieren den Stamm als bereits bekannte Variante aus argentinischen Mäusen. Der Ausbruch resultierte aus einer Zufallsansteckung an Land, einer verzögerten Diagnose der ersten Erkrankten (verursacht durch eingeschränkten medizinischen Zugang vom Schiff) und dem engen menschlichen Kontakt auf dem Schiff.
Weitere Infektionen könnten noch auftreten. Unter den Passagieren wurden ein symptomloser Amerikaner und Spanier sowie eine erkrankte Französin positiv getestet, was darauf hindeutet, dass die Ansteckungen weitergegangen sein könnten. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass sich die Symptome erst nach der langen Inkubationszeit von zwei bis sechs Wochen zeigen. Weitere Infektionen sind möglich, doch beruhigend ist, dass eine Stewardess, die mit einer Infizierten auf einem Flug nach Südafrika Kontakt hatte und als Verdachtsfall galt, nicht infiziert wurde. Alle bekannten Ansteckungen ereigneten sich an Bord des Schiffes.
Die genauen Mechanismen der Mensch-zu-Mensch-Übertragung sind noch unklar. Bekannt ist lediglich, dass das Virus nicht besonders ansteckend ist und enger Kontakt nötig ist – entweder durch Körperkontakt oder längere gemeinsame Aufenthalte in engen Räumen. Wie genau die Übertragungen erfolgen, ist jedoch noch unbekannt, da solche Infektionen selten sind: In Argentinien gibt es etwa 100 Fälle pro Jahr – fast alle durch Mäuse übertragen und nur wenige zwischen Menschen. Eine genaue Untersuchung des Ausbruchs könnte viele Wissenslücken schließen.