Der Rechtsstreit zwischen Elon Musk und Sam Altman von Open AI endet mit einem Imageschaden für beide Seiten. Für ihre Unternehmen ist das ein Rückschlag im Wettbewerb um Künstliche Intelligenz.
Zwei Tage vor Prozessbeginn schrieb Musk an Greg Brockman, den Präsidenten von Open AI: «Am Ende dieser Woche werden du und Sam die meistgehassten Männer Amerikas sein.» Er warf der Führungsriege von Open AI Betrug und Bereicherung vor.
Nach Abschluss des Verfahrens hat Musk verloren, da seine Ansprüche als verjährt abgewiesen wurden. Die Geschworenen benötigten weniger als zwei Stunden Beratung, um dies festzustellen. Musks Vorwurf lautete, Open AI sei ohne seinen Einverständnis von einem gemeinnützigen zu einem profitorientierten Unternehmen geworden.
Die Verjährungsfrist betrug drei Jahre. Obwohl Musk seit 2020 öffentlich seine Bedenken äußerte, reichte er die Klage erst 2024 ein und begründete dies mit einer «kalendertechnischen Feinheit».
Anwälte von Open AI argumentierten, dass Musk absichtlich zugewartet habe, um seinen Konkurrenten zu schaden. Experten hatten bereits vor dem Prozess angezweifelt, dass Musk Chancen hat. Zeugenaussagen und Dokumente bestätigten dies.
Musks Darstellung als Opfer erscheint unglaubwürdig. Im Gericht wurde bekannt, dass Musk 2015 mehr Kontrolle über Open AI anstrebte und sogar vorschlug, diese Macht im Todesfall auf seine Kinder zu übertragen. 2018 versuchte er zudem, das Gründerteam von Open AI abzuwerben.
Die Situation wurde durch Shivon Zilis weiter kompliziert, die jahrelang im Vorstand von Open AI saß und mehrere Kinder mit Musk hat. Sie lieferte ihm Informationen über Open AI nach ihrem Abgang. 2023 trat sie wegen eines Interessenkonflikts zurück.
Sam Altman machte ebenfalls keine gute Figur. Fünf ehemalige Führungspersonen bestätigten unter Eid, dass er oft irreführende Angaben gemacht habe. Auch seine eigene Aussage zur Vertrauenswürdigkeit war widersprüchlich.
Das Chaos und die großen Egos bei Open AI sind zwar typisch für Startups in den Anfangsjahren, schaden aber dem Image beider Kontrahenten im KI-Wettbewerb.
Google hat sich von der Aufregung erholt und integriert nun KI in alle seine Produkte. Anthropic plant ebenfalls einen Börsengang und verzeichnet eine höhere Bewertung als Open AI. Interessanterweise nutzt Anthropic Rechenkapazität von Musks Firma xAI, was auf geringere Nachfrage bei dieser hindeutet.
Der Prozess liefert Nutzern zusätzliche Gründe, ihre Daten und Finanzen eher Konkurrenten anzuvertrauen als Altman oder Musk.