Ein Jahr nach ihrem öffentlichen Streit haben der US-Präsident Donald Trump und Elon Musk, Gründer von Tesla und SpaceX, ihre Zusammenarbeit wieder aufgenommen. Diese Kooperation wurde bei einem Staatsbesuch in China deutlich, wo beide Vorteile aus ihrer Wiederannäherung ziehen konnten.
Während seines Staatsbesuchs brachte Trump eine Gruppe amerikanischer Konzernvertreter mit nach China. Unter ihnen war auch Elon Musk, der die Air Force One in Peking am Mittwoch verließ und so direkt hinter dem Präsidenten stand. Vor einem Jahr wäre Musks Teilnahme an einem solchen Staatsbesuch undenkbar gewesen: ein öffentlicher Konflikt auf ihren Social-Media-Plattformen hatte sie zuvor entzweit.
Musk hatte damals vage Anschuldigungen über Trumps Beziehung zu Jeffrey Epstein erhoben, woraufhin Trump Musks Geschäfte bedrohte. Die öffentliche Auseinandersetzung war heftig und schien ihre Beziehung zerrüttet zu haben.
Nicht nur mit dem Präsidenten, auch mit dessen Finanzminister Scott Bessent geriet Musk aneinander, was in einer physischen Auseinandersetzung endete. Mitarbeiter mussten die beiden trennen. Doch das Zerwürfnis hielt nicht lange an.
Trump erkannte schnell, dass Musks Unterstützung – sowohl finanziell als auch politisch – nützlich sein könnte, und Musk wusste um die Vorteile einer guten Beziehung zum Präsidenten. Ihre Versöhnung wurde bei der Beerdigung von Charlie Kirk, einem ermordeten Aktivisten, sichtbar, wo sich Musk neben Trump setzte.
Seitdem haben sie wiederholt gemeinsam gegessen und ihre Beziehung gepflegt. Trump beschrieb Musks vorherige Kritik als einen “schlechten Moment”.
Musk ist einer der wenigen amerikanischen CEOs mit so tiefen Verbindungen nach China: Tesla war der erste Autobauer, der ohne lokalen Partner produzieren durfte. Heute ist das Reich der Mitte Teslas größter Markt außerhalb der USA. Trotzdem sieht sich Musk nun mit Herausforderungen konfrontiert, da das chinesische Geschäft stagniert und BYD Tesla als führenden Elektroautobauer abgelöst hat.
Musk kritisierte zudem die Importzölle auf chinesische Fahrzeuge unter Präsident Biden. Seine positiven Äußerungen zu Chinas Ansprüchen auf Taiwan wurden international beachtet, obwohl Taiwan sich gegen Musks Firma Starlink als Internetanbieter entschied.
Während Musk in China “viele gute Dinge” erreicht haben will, könnte er in den USA für seine Abwesenheit bei einem Gerichtsverfahren kritisiert werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf das zu erwartende Urteil auswirken wird, doch der Nutzen seiner China-Reise dürfte ihn überzeugt haben.