Ist es finanziell sinnvoll umzuziehen? Oftmals führt ein solcher Schritt zu Mieterhöhungen. Dieser Umstand macht Umsiedlungen für viele auf dem Schweizer Wohnungsmarkt unattraktiv, da die Angebotsmieten stetig ansteigen, während bestehende Mietverträge oft günstigere Konditionen bieten.
Viele Mieter bleiben daher in ihrer engen Wohnsituation oder zögern den Wechsel zu einer kleineren Wohnung hinaus. Eine aktuelle Studie der Zürcher Kantonalbank (ZKB) untermauert diese Beobachtung: Bei einem Umzug müssen sich Mieterinnen und Mieter auf rund 20 Prozent höhere Mietkosten einstellen.
In Städten wie Zürich beträgt die Differenz zwischen Bestands- und Neuvermietungsmieten bis zu einem Drittel, in Genf sind es sogar durchschnittlich 58 Prozent. Dieser sogenannte “Verweilbonus” wächst mit der Dauer des vorherigen Mietverhältnisses: Langjährige Mieter zahlen oft nur die Hälfte dessen, was neu vermietet wird.
Ursina Kubli von der ZKB fasst zusammen: “Viele Wohnungssuchende würden gerne in die Lage bestehender Mieter wechseln.” Doch dieser Trend hat auch positive Aspekte für Neumieter. Die ZKB-Studie zeigt, dass ein Teil dieses Boni auf neue Mieter übertragen wird.
“Einige Neumieter beginnen direkt mit einem Verweilbonus”, erklärt Kubli. In rund 40 Prozent der Fälle bleibt die Miete bei einem Wechsel unverändert, selbst wenn die Vormieter länger als sieben Jahre wohnten.
Eine erfolgreiche Wohnungssuche könnte also von einer längeren Leerstandszeit profitieren. “Ein Patentrezept gibt es nicht”, betont Kubli. Oft helfen persönliche Kontakte dabei, eine solche Wohnung zu finden.
Hoffnung für Suchende kommt auch durch den Trend, dass inserierte Mieten im Verlauf der Ausschreibung gesenkt werden, besonders in Zürich. Ursina Kubli sieht darin ein Zeichen dafür, dass die Mietpreise nicht unbegrenzt steigen können, obwohl die Nachfrage hoch bleibt.
Die Knappheit wird somit weiterhin eine zentrale Herausforderung auf dem Schweizer Wohnungsmarkt bleiben.