Der Fussball gilt als verletzungsträchtiger Sport, was sich in den Zahlen des Unfallversicherers Suva widerspiegelt. Zwischen 2020 und 2024 wurden jährlich etwa 40’000 Verletzungen auf dem Fussballplatz gemeldet. Diese Statistik beinhaltet auch die Corona-Jahre, in denen es deutlich weniger Vorfälle gab als im langjährigen Durchschnitt.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich: Die knapp 40’000 Fussballunfälle verursachten insgesamt etwa 680’000 betriebliche Ausfalltage, für die Versicherer jährlich nahezu 200 Millionen Franken zahlten. Ein einzelner Unfall führte durchschnittlich zu 15 Ausfalltagen.
Trotz der Konstanz in der Anzahl der Fussballunfälle hat sich die Zahl der lizenzierten Spielerinnen und Spieler stark erhöht: von rund 280’000 im Jahr 2016 auf heute knapp 350’000. Besonders bemerkenswert ist das nahezu Verdreifachen der Zahl der registrierten Mädchen und Frauen. Das bedeutet, dass die Unfallrate pro Kopf seit zehn Jahren deutlich gesunken ist.
Daniel Schaub, Präsident des Fussballverbands Nordwestschweiz, führt diese positive Entwicklung auf mehrere Maßnahmen zurück. „Wir investieren stark in die Ausbildung der Trainerinnen und Trainer“, so Schaub. Dazu gehören Themen wie Aufwärmen, Belastungssteuerung und Regeneration. Zudem setzen Kommunikationskampagnen darauf, fair gespielt zu werden.
Im Vergleich mit anderen Sportarten zeigt sich, dass Fussball nicht wesentlich gefährlicher ist. Auch in anderen Disziplinen verletzen sich jährlich Tausende Menschen. Besonders das Skifahren resultiert häufig in langwierigen Verletzungen und führt zu vielen Arbeitsausfällen. In der Freizeit kommt es zudem fast 350’000 Mal zu Unfällen.
Ein Trend ist, dass Fussballverletzte heute länger ausfallen als noch vor zehn Jahren – im Schnitt um drei Tage mehr. Eine klare Erklärung dafür fehlt, doch könnte das steigende Durchschnittsalter der Verletzten, die inzwischen fast 30 Jahre alt sind, eine Rolle spielen. Auch der zunehmende Frauenanteil ist ein möglicher Faktor, da Frauen im Schnitt schwerere Verletzungen wie Kreuzbandrisse erleiden.