Roger Bader gilt als treibende Kraft hinter der erfolgreichen Entwicklung des österreichischen Eishockeyteams. Der in Winterthur geborene Zürcher hat das Nachbarland aus einem Tiefschlaf befreit und mit starken Auftritten bei den letzten zwei Weltmeisterschaften für Furore gesorgt. Im vergangenen Jahr schaffte es Österreich erstmals seit 1994 wieder in die Viertelfinals, wofür das Nationalteam als Mannschaft des Jahres in der Heimat ausgezeichnet wurde.
Die Österreicher befinden sich wieder im Rennen um den Einzug ins Viertelfinale. Nach Siegen gegen Grossbritannien (5:2) und Ungarn (4:2) gelang ihnen am Dienstag ein 3:1-Erfolg über Lettland, einen direkten Konkurrenten im Kampf um die K.o.-Runde.
“Bislang haben wir an diesem WM-Turnier Geduld bewiesen. Unser nächstes Ziel ist der vierte Sieg, um ins Viertelfinale einzuziehen”, erklärt Bader. Vor dem Turnier äußerte er sich gegenüber Keystone-SDA bezüglich des Spiels gegen die Schweiz wie folgt: “Im ersten Aufeinandertreffen 2018 in Kopenhagen erreichten wir ein Unentschieden, 2024 in Prag kämpften wir lange für eine Überraschung und verloren erst in der Schlussminute mit 5:6. Im Vorjahr im Viertelfinale (0:6) waren wir chancenlos. Sicherlich sind die Schweizer erneut Favorit, gewinnen doch neun von zehn Spielen gegen uns. Doch irgendwann werden wir sie schlagen.”, so der 61-Jährige.
Trotz dieser Hoffnung bleibt Bader realistisch: “Auf der anderen Seite stehen sechs NHL-Spieler für die Schweiz, während bei uns keiner von unseren beiden dabei ist. Zudem bestreiten wir die vierte Partie in fünf Tagen – als einziges Team an diesem Turnier”, merkt er an.
Das WM-Spiel zwischen Österreich und der Schweiz wird am Mittwoch ab 16:00 Uhr live auf SRF zwei und in der SRF Sport App übertragen. Radio SRF 3 bietet bei allen Schweizer Partien regelmäßige Live-Schalte.
Bader beschreibt seine Mannschaft als müde, aber entschlossen, sich nicht wie die Deutschen zur Schlachtbank führen zu lassen, sondern Widerstand zu leisten.
Für Bader ist die WM in Zürich fast ein Heimturnier. Er wohnt seit Jahren in Kloten, nur fünf Autominuten vom Teamhotel entfernt. Obwohl er sich ein Engagement bei einem Schweizer Profiklub vorstellen könnte, sollte sich die Gelegenheit bieten, betont Bader seine Liebe zu seinem Job als Nationaltrainer, den er seit über zehn Jahren ausübt und dessen Vertrag bis 2028 verlängert wurde.
Bader lobte am Dienstagabend seine Mannschaft: “Wir brauchen kaum noch Coaching, da sich das Team mit und ohne Puck zu 100 Prozent an das Spielkonzept hält. Die kämpferische Leistung war einfach irrsinnig toll. Ich habe Gänsehaut, wenn ich das von der Bande aus sehe.”, so Bader.
Besonders auffällig ist die Kaltblütigkeit des Teams in diesem Turnier: gegen Lettland benötigten sie nur 14 Torschüsse für den Erfolg. Über alle drei Partien beträgt ihre Effizienz 17,39 Prozent – der beste Wert aller 16 Teilnehmer.
Von 2022 bis 2024 gehörte Baders Freund Arno Del Curto zum österreichischen WM-Staff; im letzten Jahr war er nicht mehr dabei. “Er wird sicher einige Spiele anschauen und vielleicht auch mal vorbeischauen”, erklärt Bader, betont aber: “Im Staff ist er definitiv nicht mehr dabei.”, schließt er.