Eine Woche nach seiner Begegnung mit US-Präsident Trump wurde Wladimir Putin von Chinas Staatschef Xi Jinping empfangen. Unter Druck stehend, hofft der russische Präsident auf Hilfe seines engsten Verbündeten.
Am Mittwoch trafen sich die beiden Führer in Pekings Grosser Halle des Volkes. Auf ihrer Agenda standen Themen wie der Nahost-Konflikt und Fragen zur Energieversorgung.
Xi Jinping begann das Treffen mit einer Analyse der globalen Lage: «Die internationale Situation ist von Veränderungen und Instabilität geprägt», erklärte er, wobei seine Bemerkungen über «Hegemonialstreben» als Seitenhieb gegen die USA verstanden werden können. In den letzten Tagen hatte Trump Xi Jinping in Peking mit großem Pomp empfangen.
Xi betonte die Notwendigkeit einer strategischen Zusammenarbeit zwischen China und Russland, um gegenseitige Entwicklungsziele zu unterstützen – eine Aussage, die auf intensivere russisch-chinesische Beziehungen als diejenigen der USA mit China hinweist.
Für Xi ist Russland ein entscheidender Partner im Aufbau eines neuen internationalen Ordnungssystems, das dem von den USA dominierten Nachkriegsmodell entgegenwirkt.
Putin beglückwünschte seinen Gastgeber mit einem chinesischen Sprichwort: «Dich nur einen Tag nicht zu sehen, fühlt sich an wie drei Jahre», ein Ausdruck für tiefe Verbundenheit. Er reiste geschwächt in Peking an und sieht sich wirtschaftlichen Schwierigkeiten gegenüber.
Russland befindet sich aufgrund des Krieges gegen die Ukraine unter Druck und benötigt finanzielle Unterstützung. Putin strebt weiterhin eine Einigung über das Pipeline-Projekt «Power of Siberia 2» mit China an, dessen Bau bereits seit Jahren geplant ist. Die zukünftige Röhre soll russisches Gas nach China transportieren.
China hält sich jedoch zurück und versucht, den Preis für das Gas zu senken, was die angebliche grenzenlose Freundschaft zwischen Xi und Putin belastet.
Trotz der Versicherung von Putin über ein nie dagewesenes Niveau der Beziehungen konnte er in Peking keine Einigung erzielen. Fortschritte wurden zwar gemacht, aber eine finale Vereinbarung wurde nicht erreicht.
Mit dem russischen Vormarsch auf die Ukraine und den westlichen Sanktionen hat China seine Energieimporte aus Russland erhöht. Dies ermöglicht es Putin, seinen Krieg zu finanzieren – bei deutlich günstigeren Preisen als vorher in Europa bezahlt.
Angesichts der prekären Wirtschaftslage muss sich Putin dem Preisdruck Chinas beugen. Die Abhängigkeit Russlands von China wird immer offensichtlicher, verstärkt durch den Druck aus der Ukraine und eine schwache russische Wirtschaft.
China liefert neben Energie auch Maschinen, Fahrzeuge und Investitionsgüter nach Russland und hat in der Vergangenheit mit Dual-Use-Gütern wie Drohnen unterstützt.
Nach ihrem Treffen unterzeichneten Putin und Xi zwanzig bilaterale Abkommen, darunter Kooperationen im Medien- und Bildungsbereich sowie in technologischen Bereichen. Details wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Xi forderte erneut einen umfassenden Waffenstillstand im Iran-Krieg. Als Schlüsselverbündete Irans unterstützen Russland und China das Land im Nahen Osten.
Frühere Versuche von Trump, die Allianz zwischen Russland und China zu schwächen, scheinen erfolglos. Je länger der Konflikt in der Straße von Hormuz andauert, desto wichtiger wird China für Russlands Energieversorgung – ein Umstand, der ihre Beziehung weiter stärken dürfte.