Digitec Galaxus und die Post haben vor, auf dem Gelände einer ehemaligen Papierfabrik in Utzenstorf BE ein großes Logistikzentrum zu errichten. Angesichts eines ansteigenden Onlinehandels plant Digitec Galaxus einen Warenumschlag für kleinere bis mittelgroße Produkte.
Die Lastwagen erreichen das Areal, nachdem sie mehrere Dörfer durchquert haben: über Utzenstorf BE und Gerlafingen SO. Die ehemalige Papierfabrik ist entlang dieser beiden Routen erreichbar. Solothurn hatte sich gegen den Berner Richtplan ausgesprochen, da befürchtet wurde, dass es zu erhöhtem Verkehr in Form von Lastwagenfahrten durch Gerlafingen SO kommt.
Der Bundesrat gab bekannt, die zwischen den Kantonen bestehenden Differenzen beigelegt zu haben. Dies geschah im Rahmen einer Schlichtung, wie sie das Raumplanungsgesetz vorsieht – erstmals wurde ein solches Verfahren zwischen zwei Kantonen durchgeführt.
Es wurde eine Einigung erzielt: 40 Prozent der Fahrten sollen über Solothurn, 60 Prozent über Bern erfolgen. Philipp Heri, Gemeindepräsident von Gerlafingen, äußerte sich zufrieden mit dem Ergebnis, wobei er angab, dass die Gemeinde eine Lösung ohne Durchfahrten bevorzugt hätte.
Teil der Lösung ist auch, einen Anteil des Warentransports auf Schienen zu verlagern. Zudem hat Bern beschlossen, ein südliches Areal des Logistikstandorts aus seinem Richtplan zu streichen, was ursprünglich für weitere Projekte vorgesehen war. Der Kanton verzichtet damit «auf Vorhaben mit erheblichen Auswirkungen auf Raum und Umwelt».
Die genaue Anzahl der geplanten Fahrten steht noch nicht fest. Digitec Galaxus hatte 2021 angekündigt, werktags 980 Zu- und Abfahrten vom Gelände zu planen; die Gemeinde Gerlafingen spricht von etwa 300 Lastwagenfahrten.
Regionaljournal Aargau Solothurn, 20.5.2026, 12:03 Uhr