«Das Amt der Regierungsrätin gleicht einem Marathon», so die FDP-Regierungsrätin Carmen Walker Späh, die ihre zwölfjährige Amtszeit für ausreichend hält. Bei den Erneuerungswahlen im Frühling 2027 wird sie nicht mehr kandidieren, wie sie heute verkündete. Als ihren bedeutendsten Erfolg nennt die 68-Jährige den Innovationspark Dübendorf auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes. Ihre größte Niederlage sieht sie im abgelehnten Rosengartentunnel in Zürich, für den sie über drei Jahrzehnte gekämpft hatte. «Niederlagen gehören zum politischen und privaten Leben», kommentiert sie dies. «Für mich war immer klar: Man steht wieder auf und kämpft weiter.» Carmen Walker Späh ist das dritte Mitglied der Zürcher Regierung, das bekannt gegeben hat, im April 2027 nicht mehr anzutreten. Vor zwei Wochen hatte der SVP-Finanzvorstand Ernst Stocker mitgeteilt, dass er sich ebenfalls zurückzieht. Nach 17 Jahren in der Regierung sagt er: «Irgendwann ist es so weit, und jetzt ist genug.» Im Januar desselben Jahres gab SP-Justizdirektorin Jacqueline Fehr bekannt, nicht mehr zu kandidieren. Sie wird dann 64 Jahre alt – ein gutes Alter, um neue Herausforderungen anzunehmen. Vor ihrer Zeit als Regierungsrätin war sie im Nationalrat. Noch unklar ist, ob die beiden über 65-jährigen Regierungsmitglieder Silvia Steiner (Mitte) und Mario Fehr (parteilos) ebenfalls nicht mehr antreten möchten. Sollten sie dies tun, wären insgesamt fünf der sieben Sitze in der Zürcher Regierung zu besetzen. Michael Hermann von SRF erklärt: «Regierungsräte werden normalerweise nicht abgewählt. Neue Kandidaten haben daher fast nur eine Chance, wenn Leute zurücktreten. Sind mehrere betroffen, ist es besonders attraktiv für die Parteien.» Hermann, ein Politologe und Direktor des Forschungsinstituts Sotomo, meint weiter: «Mit den drei geplanten Rücktritten könnten FDP, SVP und SP ihre Sitze verteidigen.» Sollten jedoch noch mehr Rücktritte folgen, steigt die Unsicherheit. Würde etwa Silvia Steiner von der Mitte zurücktreten, könnte ihr Platz schwer zu halten sein; bei den Nationalratswahlen 2023 erreichte ihre Partei im Kanton Zürich nur einen Wähleranteil von 8,1 Prozent. Möglicherweise greifen die GLP oder SVP an, während SP und FDP ebenfalls versuchen könnten, weitere Sitze zu gewinnen. Die Dynamik der Wahlen 2027 hängt somit auch davon ab, ob es noch weitere Rücktritte gibt. Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 27.03.2026, 17:30 Uhr