Während der Vorbereitungen für eine Medienkonferenz letzter Woche ist in der kantonalen Verwaltung von Innerrhoden ein gravierender Fehler passiert. Die Dokumente zur Staatsrechnung 2025, die den Journalisten elektronisch übergeben werden sollten, enthielten auf einem USB-Stick zusätzliche sensible Informationen. Diese wurden versehentlich der ‘Appenzeller Zeitung’ ausgehändigt.
Das Blatt veröffentlichte den Vorfall und enthüllte, dass der Stick mehr als 150 interne Dokumente umfasste, darunter Details zu Löhnen von Kantonsangestellten, Betreibungen sowie Namen auf der Fahndungsliste der Polizei. Zudem listete er Firmen, Privatpersonen und Behörden mit Schulden in Höhe von 2.7 Millionen Franken gegenüber dem Kanton auf. Angaben zu Studierenden mit kantonalen Darlehen inklusive Wohnsituation und finanziellen Verpflichtungen waren ebenfalls vorhanden.
Roland Dähler, Landammann des Kantons, bezeichnete den Vorfall im Gespräch mit SRF als “tragischen Fehler und menschliches Fehlverhalten”. Die sensiblen Daten stammten aus der externen Revision. Da die Prüfer keinen Netzwerkzugang hatten, kopierte man sie auf USB-Sticks, eine bislang gängige Praxis.
Ein Mitarbeiter der Finanzverwaltung vergaß, die Dateien vorab zu löschen. So gelangten die Informationen in die Hände der Zeitung. Das Medienhaus bestätigte dem Kanton schriftlich, keine Daten kopiert oder weitergegeben zu haben. Der verantwortliche Angestellte wird disziplinarisch zur Rede gestellt.
Zur Prävention wurde das Amt für Informatik beauftragt, neue Richtlinien für die Datenweitergabe an externe Parteien auszuarbeiten. Bisher habe der Kanton keine vergleichbaren Vorfälle erlebt und sieht sich nicht generell als datensicherheitsschwach.
Regionaljournal Ostschweiz, 1.4.2026, 12:03 Uhr;aegw/sda;ledn;liea