In Siebnen SZ ist der Streit um eine geplante Moschee eskaliert. Die albanische Gemeinschaft zog ihren Plan zurück, ein traditionsreiches Haus im Zentrum in einen Gebetsraum umzuwandeln, wie Präsident Sinan Sadriu gegenüber SRF-«Rundschau» erklärte: «Wir möchten keine Spaltung verursachen und negative Reaktionen vermeiden.» Nun sucht man das Gespräch mit der Gemeinde für einen alternativen Standort.
Das Läufferhaus im Dorfkern war ursprünglich als islamisches Kulturzentrum gedacht. Die lokale SVP sammelte gegen dieses Vorhaben rund 5000 Unterschriften, um den Plan zu stoppen: «Wir sind stolze Eidgenossen», lautet das Statement aus der Dorfbeiz. Besonders Rita Rutz, die Inhaberin eines Strickerladens vis-à-vis des Hauses, begrüßt die Aussetzung: «Dieser Ort wäre ein unpassender Standort für eine Moschee.
Ähnliche Debatten gibt es in anderen Schweizer Städten. In St. Gallen sorgte der Plan für eine millionenschwere Grossmoschee für Aufsehen, und im Berner Aussenquartier Wittigkofen wehren sich Anwohner gegen einen geplanten Gebetsraum: «Diese Kultur ist uns fremd», bemängelte ein älterer Herr auf dem Flohmarkt. Der heftige Widerstand führte dazu, dass Kirchen-Sozialarbeiterinnen bedroht wurden.
Ali Osman vom Islamischen Zentrum Bern versteht die Skepsis: «Die Angst vor dem Unbekannten ist groß», sagt er. Er und seine Schwester Sabira hatten versucht, bis Ende März 1,8 Millionen Franken für den Kauf eines kirchlichen Quartierzentrums zu sammeln – das Ziel wurde nicht erreicht. «Wir bleiben in Kontakt mit der Kirche», erklärt Ali Osman. Der Vertrag verfällt nun aufgrund fehlender Finanzierung.
In Wittigkofen wie auch in Siebnen sind die Pläne für Moscheen somit vorläufig gestoppt. Rita Rutz kritisiert, dass Muslime immer noch aktiv auf Akzeptanz hinarbeiten müssen: «Wir sollten aufeinander zugehen», meint sie. Sinan Sadriu kann den Widerstand nicht nachvollziehen; er betont seine langjährige Verwurzelung in der Region und seinen Beitrag zur Gesellschaft. Er wünscht sich ernsthafte Berücksichtigung seiner Pläne.
Zum Thema geht es ausführlich in der «Rundschau» um 20:05 Uhr auf SRF 1 oder auf Play SRF.