Über das Osterwochenende sind die Flixbusse von Zürich nach Kiew komplett ausgebucht. Pascal Schmid, der Asylchef der SVP, hinterfragt den Sinn des Schutzstatus S angesichts dieser Reisewellen in ein Land im Konflikt. Ein Vertreter aus der Ukraine gibt Einblicke. Flixbusse, die den etwa 40-stündigen Weg von Zürich nach Kiew antreten, sind vollständig belegt. «Eine ungewöhnliche Oster-Expedition» sei dies laut dem Portal «Inside Paradeplatz». Schmid zeigt sich auf Instagram entsetzt: «Ostern in Kiew, ab Dienstag Sozialhilfe?», fragt er und weist auf die anhaltende Bedrohung durch Krieg, Folter oder Verfolgung hin. Er fordert den sofortigen Entzug des Asyl- oder Schutzstatus für solche Reisenden. Der Post von Schmid sammelt rund 800 Likes und viele Kommentare. «Wiedereinreise sofort verbieten!», schlägt ein Nutzer vor, während eine andere Userin die Reisen mit den Worten kommentiert: «Das ist doch nicht wahr???» und bittet darum, im Heimatland zu bleiben. Flixbus bestätigt gegenüber Nau.ch einen Anstieg der Nachfrage über Ostern. Die Strecke bleibt auch in den folgenden Tagen stark nachgefragt; viele Busse sind «fast voll». Rückfahrten von Kiew nach Zürich bleiben bis nächste Woche ausgebucht. Obwohl die Ukraine erst im nächsten Wochenende Ostern feiert, reisen Flüchtlinge nicht zum Vergnügen in ihr Land. Sasha Volkov vom Ukrainischen Verein der Schweiz lädt Politiker ein, die Lage vor Ort zu erleben. «Die Ukraine ist nicht überall gefährlich, aber das Leben ist oft unangenehm», erklärt er. Er verweist auf den tragischen Drohnenangriff in Nikopol, bei dem drei Menschen starben und 16 weitere verletzt wurden. Drohnenalarme sind im Alltag der Ukrainerinnen und Ukrainer häufig, auch nachts, was zu Schlafproblemen führt. Volkov erklärt: «Manche reisen, um ihre Immobilien zu überprüfen oder administrative Aufgaben zu erledigen», insbesondere wenn sie Angehörige an der Front unterstützen müssen. Auch religiöse Traditionen spielen eine Rolle; es ist üblich, Gräber von Verwandten am Ostersonntag zu besuchen. Volkov selbst reist regelmäßig in die Ukraine und bringt gebrauchte Fahrzeuge für die Front mit. Er kehrt derzeit über Polen zurück, da Busse häufiger genutzt werden als Züge, die durch russische Angriffe bedroht sind. Personen mit Schutzstatus S dürfen bis zu 15 Tage pro Halbjahr in die Ukraine reisen und haben dann keinen Anspruch auf Sozialhilfe. Pascal Schmid beharrt darauf: «Asyl soll Menschen schützen, die es wirklich benötigen», betont er. Er kritisiert die Ausnutzung des Status S und vergleicht die Lage mit einem hypothetischen Krieg in der Schweiz. Flixbus vermeldet seit dem Frühjahr 2022 eine hohe Nachfrage nach Fahrten in die Ukraine, was die Bedeutung von Mobilität unterstreiche. Das Unternehmen arbeitet eng mit lokalen Partnern zusammen und passt seine Routen an Sicherheitsbewertungen und behördliche Vorschriften an. Derzeit gibt es keine Direktfahrten ab Zürich, sondern nur Umsteigeoptionen in Städte wie Berlin oder Warschau.