Die Zusammenarbeit zwischen dem Schweizerischen Turnverbands (STV) und Isey Skyr, einem Hersteller aus Island, sorgt für Unmut in der heimischen Landwirtschaft. Die hiesigen Milchbauern stehen bereits unter Druck, weil die Produktion das Angebot übersteigt und Preise sinken.
Die Partnerschaft, die seit Anfang März besteht, wird kritisch gesehen. Skyr, ein eiweissreiches Milchprodukt, erinnert an Quark und ist traditionell isländischer Herkunft. Diese Zusammenarbeit mit einem ausländischen Unternehmen wird als unglücklich empfunden, insbesondere da es auch Schweizer Alternativen gibt.
Agronomin Sabrina Schlegel äußerte sich kritisch in der Fachzeitung «Schweizer Bauer», indem sie den Widerspruch hervorhob: Der STV präsentiere stolz die schweizerischen Sportlerinnen und Sportler, während gleichzeitig einheimische Landwirte durch diese Partnerschaft benachteiligt würden. Auch der oberste Bauer der Schweiz, Markus Ritter, unterstützt auf LinkedIn die Kritik und betont, dass es keine Notwendigkeit gäbe, Milch aus Island zu importieren.
Der Bauernverband bestätigte seine Bedenken: Es sei wenig sinnvoll, ein Produkt aus Island zu beziehen, das auch lokal verfügbar wäre. Der STV erklärt jedoch, dass sich die Mehrheit ihrer Partner in der Schweiz befindet und die Wahl auf Isey Skyr fiel, nachdem keine Kooperation mit einem schweizerischen Produzenten zustande kam.
Silvia Zwygart vom STV betont den Mehrwert für Mitglieder durch innovative Partnerschaften. Die Ice-co GmbH, Importeur von Isey Skyr in der Schweiz, weist darauf hin, dass die isländische Herkunft Teil des Produkts sei und dessen Qualität definiere.
Die Diskussion um diese Partnerschaft zeigt jedoch auch eine positive Seite: Sie könnte den Markt beleben und Schweizer Produzenten zu Innovationen anregen. Insbesondere bei Bio-Produkten ist ein klarer Trend erkennbar, obwohl die Nachfrage in naher Zukunft die Angebotskapazitäten übersteigen könnte.
Somit bleibt abzuwarten, wie sich diese Partnerschaft langfristig auf den Markt auswirken wird und welche Entscheidungen Verbraucher treffen werden.