Die Zürcher Reformierten haben einen neuen Präsidenten gewählt, der radikale Veränderungen in der Nutzung ihres Immobilienportfolios anstrebt. Pfarrer Res Peter, der am Sonntag die Wahl zur Kirchenpflege gewonnen hat, möchte lieber nutzen als verwalten und setzt sich für Renditen ein sowie für Investitionen am Kapitalmarkt. Er wird von einem Banker unterstützt und von SP-Nationalrätin Jacqueline Badran empfohlen, was seine unkonventionelle politische Ausrichtung unterstreicht.
Die Kirche verfügt über 250 Objekte in Zürich, darunter 43 Kirchen und Wohnungen mit einem geschätzten Wert von 1,1 Milliarden Franken. Diese Besitztümer werden immer wertvoller, während die Mitgliederzahlen rückläufig sind: Nur noch jede siebte Person ist Kirchenmitglied.
Die Wahlen waren äusserst umstritten und spalteten die Gemeinde in zwei Lager. Res Peter trat für einen Kurswechsel ein, während seine Gegnerin, Künstlerin Mona Schatzmann, den Erhalt der Kirchengebäude priorisierte. Die Entscheidung fiel zugunsten von Peters Team, doch die Gremienmitglieder bleiben gespalten: Drei wurden aus seinem und drei aus ihrem Lager gewählt.
Die endgültige Entscheidung steht noch bevor, da der siebte Sitz im zweiten Wahlgang am 14. Juni entschieden wird. Die Kandidaten Georg von Itzenplitz (Team Peter) und Christian Aebi (Team Schatzmann) stehen sich gegenüber.
Trotz des wichtigen Wahlresultats blieb die Beteiligung mit nur 12,8 Prozent der Stimmberechtigten gering. Lediglich 7200 von ihnen nahmen teil, was Fragen zur Repräsentativität aufwirft.