In Brüssel und den Hauptstädten der EU herrscht eine spürbare Erleichterung, da mit dem Erdrutschsieg von Peter Magyar das Ende von Orbans obstruktiver Politik bevorsteht. Die Ukraine könnte die benötigten Finanzhilfen erhalten, doch ein EU-Beitritt bleibt fern. Diese Wahl war entscheidend für Ungarn und die Europäische Union: Unter Ministerpräsident Viktor Orban war Ungarn das Land, das am häufigsten gegen europäische Beschlüsse stimmte und rechtsstaatliche Prinzipien missachtete. Magyars überwältigender Sieg hat bei EU-Spitzenpolitikern sowie im EU-Hauptquartier große Erleichterung ausgelöst.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte prompt auf X: «Heute Abend schlägt das Herz Europas stärker in Ungarn.» Sie meinte, dass sich das Land wieder auf den europäischen Pfad begebe und die Union dadurch gestärkt werde. EU-Ratspräsident António Costa betonte den demokratischen Geist des ungarischen Volkes und versprach Magyar eine Zusammenarbeit zum Wohle Europas. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola erklärte, dass Ungarns Platz «im Herzen Europas» sei.
Die meisten Staats- und Regierungschefs in Europa gratulierten Magyar sofort nach der Wahl. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz freute sich bereits auf eine Zusammenarbeit für ein geeintes Europa. Emmanuel Macron lobte die Treue des ungarischen Volkes zu den EU-Werten. Donald Tusk, der polnische Ministerpräsident, äußerte sich besonders enthusiastisch: «Hallo Peter! Ich bin so glücklich, ich bin wohl glücklicher als du», sagte er in einem Video.
Rechtspopulistische Vertreter wie Marine Le Pen und Geert Wilders zeigten sich enttäuscht. Wilders bezeichnete Budapest unter Orban als «Oase der Sicherheit». Giorgia Meloni aus Italien äußerte sich versöhnlicher, dankte Viktor Orban für die Zusammenarbeit und wünschte Magyar Glück.
Die Pro-EU-Politiker drücken mit ihrer Gratulation die Hoffnung auf eine konstruktivere Zusammenarbeit mit der neuen ungarischen Regierung aus. In Brüssel war in den letzten Wochen deutlich zu spüren, wie viel Frustration über Orbans Politik herrschte. Ein kritischer Moment war, als Orban die Umsetzung des 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine blockierte.
Trotzdem hielten sich Spitzenpolitiker und Beamte zurück, um öffentliche Kritik zu vermeiden. Sie setzten ihre Hoffnung auf den 12. April und wollten erst danach über Sanktionen gegen Ungarn nachdenken – um Orban nicht unnötig Argumente für seinen anti-europäischen Wahlkampf zu liefern.
Das deutliche Votum der ungarischen Bevölkerung gegen Orban wird in Brüssel als Genugtuung empfunden, ebenso wie die erfolglose amerikanische Unterstützung für Orban durch einen Besuch von Vizepräsident J.D. Vance.
Magyar hatte eine pro-europäische Kampagne geführt und versprochen, die Blockadehaltung in der EU zu beenden. Nach seiner Wahl plant er sofortige Reisen nach Brüssel, Polen und Österreich.
Die Chancen stehen gut für Fortschritte bei den von Ungarn blockierten EU-Angelegenheiten, insbesondere beim Milliardenkredit an die Ukraine und dem Sanktionspaket gegen Russland. Die zypriotische Ratspräsidentschaft kündigte an, diese Punkte schnellstmöglich auf die Agenda zu setzen.
Allerdings sollte man sich keine Illusionen machen: Magyar könnte nicht jede Politik von Orban umkehren, da in Ungarn eine anti-ukrainische Grundhaltung vorherrscht. Er lehnt Waffenlieferungen an die Ukraine ab und möchte den EU-Beitritt durch ein nationales Referendum entscheiden lassen.
In Bereichen wie Migration oder Abhängigkeit von russischem Öl ist Magyar weniger weit entfernt von Orban, als viele im Westen vermuten. Trotz des Aufatmens in Brüssel wird Ungarn auch unter neuer Führung ein harter Verhandlungspartner bleiben.