Die «Movimento per il socialismo» (MPS), kurz für «Bewegung für den Sozialismus», ist eine aktive Kleinstpartei in der Schweiz, die sich durch ihre kontinuierliche Beteiligung an Referenden und Initiativen auszeichnet. Sie positioniert sich entschieden gegen Rechtspopulismus und Neofaschismus und organisiert regelmäßig Demonstrationen zur Unterstützung von Arbeitnehmerrechten. Die Partei wird maßgeblich durch zwei zentrale Persönlichkeiten geprägt: Matteo Pronzini, ein 55-jähriger ehemaliger Metzger und heute Gewerkschafter, sowie Pino Sergi, ein pensionierter Lehrer im Alter von etwa 70 Jahren. Beide sind bekannt für ihren kämpferischen Einsatz, auch wenn sie unterschiedliche Auftritte wählen.
Pronzini ist für seine konfrontativen öffentlichen Auftritte bekannt und hat bereits rechtliche Auseinandersetzungen mit Behörden hinter sich – etwa wurde er freigesprochen nachdem er der Stadtverwaltung von Bellinzona mafiöse Methoden vorgeworfen hatte. Sergi, ebenfalls ein überzeugter Klassenkämpfer, tritt weniger aggressiv auf.
Die Partei wird auch von einer Gruppe aktiver Sympathisanten unterstützt, die regelmäßig an Demonstrationen teilnehmen und somit zur Präsenz der MPS beitragen. Laut dem Tessiner Politologen Oscar Mazzoleni hat die MPS inzwischen eine Rolle als Protestpartei übernommen, ähnlich wie die Lega dei Ticinesi zu ihren Anfangszeiten.
Alessandro Speziali von der FDP Tessin beschreibt die Parteiarbeit als systemkritisch und oft konfliktreich, während Fabrizio Sirica von der SP Tessin den Einfluss der MPS auf demokratische Prozesse positiv hervorhebt.
Neben Protestaktionen ist die MPS auch im Parlament aktiv und erfolgreich darin, politische Debatten anzustoßen. Sie schließt Allianzen bis ins bürgerliche Lager, bleibt jedoch klar am linken Rand positioniert und zeichnet sich durch eine besondere EU-Skepsis aus.
Obwohl Pronzini und Sergi eine Zusammenarbeit mit den Grünen und der SP befürworten, schließen sie einen Anschluss an die Sozialdemokratische Partei kategorisch aus. Politik ist für beide mehr als nur Beruf; es ist eine Lebensaufgabe, motiviert durch den Kampf gegen Ungerechtigkeit.
Auf die Frage nach dem Einfluss ihres Engagements auf das Privatleben antwortet Pronzini scherzhaft, dass Kompromisse im persönlichen Umfeld notwendig seien – ein Ansatz, der in ihrer politischen Arbeit eher selten Anwendung findet.