Julian Amrein berichtet, dass eine Gruppe von sieben Zuger Kantonsrätinnen einen Vorschlag zur Förderung der ambulanten Pflege eingebracht hat. Sie fordern die Übernahme des Patientenbeitrags durch den Kanton, um so Gesundheitskosten zu senken. Aktuell betragen diese Beiträge 15 Franken pro Tag für die von Spitex-Pflegediensten versorgten Personen. Der Vorschlag sieht vor, dass der Kanton diese Kosten vollständig oder zumindest teilweise übernimmt.
Das Ziel des Vorstosses ist es, die ambulante Pflege attraktiver zu machen und damit den Eintritt in Heime zu reduzieren, was langfristig die Gesamtkosten senken könnte. Dies steht im Gegensatz zur Entscheidung des Kantons Zug, der seit 2019 bis 2028 nahezu alle Kosten für stationäre Behandlungen übernimmt und dafür rund 200 Millionen Franken an alten Überschüssen verteilt.
Konradin Franzini (ALG) unterstützt das Vorhaben mit dem Argument, dass die aktuelle Praxis falsche finanzielle Anreize setze. Er betont: „Indem wir den direkten finanziellen Druck auf die Betroffenen verringern, können stationäre Eintritte hinausgezögert oder vermieden werden. Es geht um eine sinnvollere Steuerung im Gesundheitssystem.“
Der Vorschlag sieht vor, dass die Kostenersparnis durch den Kanton Zug finanziert wird und passt zu dem 2024 vom Schweizer Volk beschlossenen Prinzip der einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen ab 2028.
Trotz der Befürchtung, dass die Übernahme des Patientenbeitrags die Kosten erhöhen könnte, argumentieren die Kantonsrätinnen, dass viele Menschen aufgrund hoher Kosten notwendige Behandlungen vermeiden oder in Heime ziehen. Sie betonen, dass eine Aufhebung des Beitrags finanzierbar sei und bereits einige Kantone ähnliche Maßnahmen ergriffen haben.