Im Jahr 2025 verzeichnete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen Anstieg von 78 Prozent bei dokumentierten Hinrichtungen weltweit. Die genaue Zahl bleibt jedoch schwer festzustellen.
Obwohl viele Länder die Todesstrafe abgeschafft haben, bleiben sie in einigen Fällen weiterhin präsent, insbesondere im Iran. Im April berichtete Amnesty International von vier Hinrichtungen innerhalb eines Tages und kritisierte die Nutzung der Waffenruhe im israelisch-amerikanischen Konflikt durch das iranische Regime zur Eliminierung interner Gegner. Seit der Protestbewegung 2022 setzt sich diese Welle von Exekutionen fort, mit einer Durchschnittszahl von sechs Hinrichtungen pro Tag.
Amnesty International berichtet, dass weltweit im Jahr 2025 in 17 Ländern 2707 Menschen hingerichtet wurden, wovon allein 2159 auf Iran entfallen. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Islamische Republik fast doppelt so viele Menschen exekutiert. Julia Duchrow von Amnesty Deutschland beschreibt diese Entwicklung als beunruhigenden Missbrauch der Todesstrafe zur Unterdrückung.
Neben Iran verzeichneten auch Saudi-Arabien mit 356 Hinrichtungen, Kuwait (17 im Vergleich zu 6) und andere Länder wie Ägypten, Singapur sowie die USA einen Anstieg. In den USA führte der Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit zur Aufhebung des Todesstrafenmoratoriums durch Generalstaatsanwältin Pam Bondi.
In China bleiben Hinrichtungsdaten ein Staatsgeheimnis, doch Amnesty schätzt die Zahl in die Tausende. Länder wie Iran und Nordkorea nutzen die Todesstrafe zur Unterdrückung abweichender Meinungen. In vielen Fällen dient sie als Abschreckung gegen Drogenhandel; fast die Hälfte aller Hinrichtungen (46 Prozent) standen im Zusammenhang mit Drogendelikten.
Härtere Gesetze im Kampf gegen Drogen und andere Vergehen werden in Ländern wie Burkina Faso, Nigeria und Indonesien diskutiert. In den USA führten acht Bundesstaaten 17 neue Gesetzgebungen ein, um die Anwendung der Todesstrafe zu erleichtern.
Kritik erntete auch Israel für seine Todesstrafengesetze gegen Terroristen, die voraussichtlich hauptsächlich Palästinenser betreffen. Amnesty International betont, dass die Todesstrafe ein Bruch mit dem Recht auf Leben darstellt.
Trotz des Anstiegs gibt es Fortschritte: Die Zahl der Staaten, die Hinrichtungen vollziehen, bleibt seit 2018 stabil bei maximal zwanzig. 113 Länder haben sie ganz abgeschafft und in weiteren 32 wird sie nicht mehr angewandt.