Der Kanton Basel-Stadt hat die Areale «Im Surinam» und «Horburg» im Kleinbasel, die zusammen eine Fläche von über 50’000 Quadratmetern umfassen, erworben. Verkäufer war eine UBS-Anlagestiftung, wobei der Kaufpreis nicht öffentlich gemacht wurde, jedoch im tiefen dreistelligen Millionenbereich liegt, wie bei einer Medienkonferenz bekannt gegeben wurde.
Finanzdirektorin Tanja Soland (SP) erläuterte, dass dieser Schritt eine politische Entscheidung sei, um auf die steigenden Mieten zu reagieren und den Anteil bezahlbaren Wohnraums von etwa 14 auf 15 Prozent zu erhöhen. Das Ziel ist es, diesen Anteil bis 2050 auf 25 Prozent zu steigern, wie im Gesetz festgelegt.
Die Regierung unterstützt sich dabei mit Unterstützung aus dem linken politischen Spektrum sowie Wohnbauorganisationen. Die SP sieht den Kauf als entscheidenden Schritt gegen die Mietsteigerungen und Bodenspekulation. Auch Wohnbaugenossenschaften der Nordwestschweiz begrüßen diese Maßnahme, da sie das Engagement für eine aktive Bodenpolitik zeigt.
Trotz dieser Unterstützung gibt es auch Kritik, insbesondere von bürgerlichen Parteien wie der LDP. Sie kritisieren den Eingriff des Staates in den Immobilienmarkt und fordern mehr Transparenz hinsichtlich des Kaufpreises sowie des Zustands der Liegenschaften. Zudem wird hinterfragt, ob die Areale zwingend an Genossenschaften gehen müssen oder ob andere Modelle möglich wären.
Die rund 600 Bewohner der gekauften Flächen könnten sich durch den Besitzerwechsel verunsichert fühlen. Es bestehen Fragen bezüglich ihres weiteren Aufenthalts und möglicher Sanierungen, die zu Mieterhöhungen führen könnten. Soland versicherte jedoch, dass das Ziel des Kantons darin besteht, die Mieten stabil zu halten.
Langfristig ist geplant, die Areale im Baurecht an Wohnbaugenossenschaften abzugeben, beginnend mit einer Ausschreibung 2027 und Entscheidungen ab 2029. Die Bedingungen hierfür sind klar: günstige Mieten und eine sorgfältige Weiterentwicklung der Gebiete, einschließlich Verdichtung.
Dieser Kauf ist Teil einer umfassenderen politischen Strategie zur Bekämpfung der Wohnungsnot, die jedoch weiterhin kontrovers diskutiert wird.