Die Beyer Familie prägte seit 266 Jahren die Uhrmacherbranche – gemäß ihrem Motto «Solange es Zeit gibt». Jetzt neigt sich das Kapitel des Uhrengeschäfts Beyer dem Ende zu. Der Traditionshausname verschwindet bis Jahresende von der Zürcher Bahnhofstrasse, nachdem eine Verkaufsmeldung an die Genfer Luxusuhrenmarke Patek Philippe herausgegeben wurde.
Muriel Zahn-Beyer, die letzte Geschäftsführerin und zitiert in der «NZZ», erläuterte, dass es keine direkte Nachfolgelösung gebe, da weder sie noch ihr Bruder René Beyer, welcher 2025 verstarb, Kinder haben. Bereits seit zwei Jahrzehnten sei die Familie mit dem Gedanken eines möglichen Verkaufs beschäftigt.
Hans-Jürg Domenig, Präsident des Schweizer Dachverbands für Unternehmensnachfolge, betonte: «Oft ist ein externer Nachfolger, der Traditionen fortschreibt, die bessere Lösung als ein vorhandener, der das Unternehmen nicht leiten kann oder möchte.»
Charlotte Jacquemart, SRF-Wirtschaftsexpertin, fügte hinzu: «Dass Beyer nun zu Patek Philippe wechselt, ist sinnvoll, da beide Schweizer Familienunternehmen im Luxusuhrenmarkt tätig sind und die Bahnhofstrasse als Standort ideal passt.»
Patek Philippe übernimmt bereits eine Boutique in Beyer und stellt 25 Angestellte ein. Allerdings verlieren rund 35 weitere Mitarbeiter ihren Job.
Die Zürcher Bahnhofstrasse verliert damit eines ihrer Gründungsmitglieder. Fanny Eisl, Geschäftsführerin der Vereinigung, äußerte: «Es ist immer traurig, ein Traditionsunternehmen zu verlieren, da Beyer seit 1877 hier Uhren verkauft und eng mit uns verbunden war.»
Das im Untergeschoss von Beyer gelegene Uhrenmuseum bleibt jedoch unberührt von dem Verkauf. Gegründet vom Vater von Muriel Zahn-Beyer, soll es weitergeführt werden, wobei derzeit ein neuer Standort in zentraler Lage in Zürich gesucht wird.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 01.04.2026, 17:30 Uhr