Seit den 1970er Jahren verfolgen die USA eine aggressive Drogenpolitik, zunächst mit Prävention, Strafrecht und Repression im Inland. Unter Donald Trump hat sich der ‘War on Drugs’ zu einem intensiven militärischen Einsatz ausgeweitet und ist als kaum gewinnbarer Krieg angesehen.
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Als Präsident Richard Nixon 1971 Drogen zur obersten Gefahr erklärte, war der ‘War on Drugs’ kein Krieg im traditionellen Sinne, sondern ein politisches Programm. Es sollte mehr Mittel für Prävention und Therapie sowie verstärkte Repression bereitstellen. Andreas Ernst, ehemaliger Ausland- und Geopolitikredaktor der NZZ, betont: “Der ‹War on Drugs› diente dazu, in einer von Vietnamkrieg, Protesten und sozialem Wandel geprägten Gesellschaft Verlässlichkeit zu signalisieren.”
Unter Ronald Reagan wurde die Strategie gegen Drogen militarisiert. Neben dem Kampf im Inneren zielte sie auch auf Produktions- und Schmuggelrouten im Ausland, wie in Bolivien oder Panama. Ernst merkt an: “Die Nebenwirkungen der Interventionen sind oft größer als der ursprüngliche Schaden.” Der Druck auf die Drogenorganisationen führte dazu, dass sie professioneller und gewalttätiger wurden.
Unter Trump bekam der Drogenkrieg eine neue geopolitische Dimension. Kartelle wurden zu Terrorgruppen erklärt, Lateinamerika als amerikanische Einflusssphäre neu definiert, und die Drogenpolitik verknüpft sich mit Zöllen, Interventionen und dem Machtkampf mit China. Ernst resümiert: “Der ‹War on Drugs› ist zu einem echten Krieg geworden, der jedoch ein ‚Never-ending War‘ bleibt – eine Demonstration innenpolitischer Stärke, die das Drogenproblem kaum lösen wird.” Alle Episoden von «NZZ Geopolitik» finden Sie in unserer Übersicht.