Caroline Frey hat die Führung über ihre familieneigenen Weingüter in Frankreich aufgegeben, um sich nun im Wallis der Petite Arvine zu widmen. Sie präsentierte ihren ersten Jahrgang in Fully, wo sie vor einem Jahr einen kleinen Betrieb übernommen hatte. Bei einer Veranstaltung zur Bewerbung dieser einheimischen Rebsorte nahm Frey erstmals teil und sagte: «Ich helfe gerne, die Petite Arvine zu bewerben.» An diesem Anlass waren hauptsächlich Frauen beteiligt, darunter Marie-Thérèse Chappaz, bekannt für ihre Süssweine, die Freys Wertschätzung der Rebsorte prägten.
Die Winzerinnen luden zu einer «Paulée» ein und teilten Tische mit Weinliebhabern. Bei diesem Fest wurden Weine von verschiedenen Herkunftsorten serviert. Trotz ihrer Erfahrung im Weinbau behielt Frey ihre Neugier bei, was sich in der Blinddegustation zeigte.
Frey hatte den Traum, die Petite Arvine zu kultivieren, bereits vor zehn Jahren verwirklicht. Sie erwarb eine verlassene Rebfläche in Fully und widmete sich trotz des großen Arbeitsaufwands ihrer Kultivierung. Im Jahr 2024 bot der Winzer Benoît Dorsaz ihr die Übernahme seines Betriebs an, was Frey als Traumprojekt ansah.
Während ihrer Krankheit mit dem Guillain-Barré-Syndrom beschloss sie im Spital, sich neu zu orientieren und gab ihre Rolle in Frankreich aus gesundheitlichen Gründen auf. Ihre Schwester Delphine übernahm die Leitung der französischen Betriebe.
Frey ist nun vollständig dem Weinbau im Wallis gewidmet. Sie zeigt stolz ihren ersten Jahrgang, dessen Etiketten Schweizer Symbole tragen und ihre familiären Wurzeln reflektieren. Ihre Pläne umfassen den Export ihrer Weine in internationale Märkte.
Bei der «Paulée» im Wallis war auch José Vouillamoz anwesend, der die Übernahme durch Frey als Chance für die Region sieht. Die Geschichte der Petite Arvine reicht bis ins Jahr 1602 zurück.
Frey lernt nun selbstständig und bereitet sich auf Prüfungen vor, um ihre Betriebsführung weiter zu optimieren. Mit dem Ziel, das Demeter-Label zu erlangen, hat sie jedoch dieses Jahr andere Prioritäten.
Der Anlass endete mit einem Dessert von Chappaz’ Süsswein und ging bis in die Abendstunden. Für Frey war es ein bedeutender Schritt, sich im Wallis niederzulassen.