Am Montagmorgen des Oktobers 2024 überfiel ein damals 30-jähriger Mann in Sursee eine Valiant Bank und erbeutete innerhalb von 22 Sekunden 50’000 Franken. Ein Urteil des Kriminalgerichts Luzern enthüllt nun die Details dieses Vorfalls.
Kurz nach neun Uhr betrat der Täter den Haupteingang der Bank in Sursee, verließ sie jedoch bereits um 9:45 Uhr mit dem erbeuteten Geld. Er war in Schwarz gekleidet – von Kopf bis Fuß – abgesehen von seinen weißen Nike-Schuhen. Ein Porsche Macan, geliehen von einem Verwandten, führte ihn zum Tatort.
Während des Überfalls sprach er keine Worte und zwang die Kunden an der rechten Schalterkasse zur Seite, um ein Couvert mit einer Drohnote in Richtung Angestellter zu schieben. Das Schreiben behauptete eine fiktive Geisel- und Komplizen-Situation sowie das Vorhandensein einer Waffe. Tatsächlich gab es keine Bewaffnung oder weitere Mittäter.
Nach der Tat wechselte er seine Kleidung, verbrannte das Couvert mit dem Geld und tauschte sein Fahrzeug aus. In dieser Zeit veröffentlichten die Behörden Fahndungsbilder des Mannes, der daraufhin seinen Bart rasierte. Schließlich kehrte er zur Wohnung seiner damaligen Freundin zurück, um das Geld in einer Seitentür zu verstecken.
Nur fünfeinhalb Stunden nach dem Überfall wurde er festgenommen und gestand die Tat sowie einen gescheiterten Betrug bei der Hausratsversicherung. Er hatte versucht, zwei E-Bikes als gestohlen zu melden, um 17’500 Franken zu erhalten – ohne das Wissen seiner Freundin.
Das Kriminalgericht Luzern verurteilte den heute 31-jährigen wegen räuberischer Erpressung, versuchten Betrugs und Urkundenfälschung zu 36 Monaten Haft. Davon sind sechs Monate unbedingt auszusetzen. Die übrige Strafe ist bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Der Mann muss zudem 7300 Franken Verfahrenskosten begleichen.
Das Gericht kam zu dem Schluss, dass der Beschuldigte trotz finanzieller Unterstützungsmöglichkeiten durch seine Familie aufgrund hoher Schulden einen verschwenderischen Lebensstil führte und Luxusautos sowie -artikel nutzte. Seine Kooperation im Verfahren wurde berücksichtigt, doch die Beweise gegen ihn waren überzeugend. Das Urteil ist nun rechtskräftig.