Mit 87 Jahren engagiert sich der ehemalige Manager und Strippenzieher Erich Vogel weiterhin aktiv, diesmal im Frauenfussball. Zusammen mit dem Geldgeber Heinz Spross steht er im Zentrum von Vorwürfen über unangemessenes Verhalten. Erich Vogel scheut keine Herausforderungen. Bei einem Parkmanöver wählt er die kleinste Lücke, selbst wenn das zu Schäden führen kann. Der 87-Jährige bleibt sowohl geistig als auch körperlich aktiv; Jogging übt er fünf- bis sechsmal pro Woche aus. Vogel kämpft zudem gegen Krebs an zwei Stellen im Körper, gibt jedoch nicht auf und bleibt dem Fussball weiterhin verbunden. Seit einigen Jahren widmet sich Vogel dem Frauenfussball von Grasshopper Club Zürich (GC), unterstützt vom 78-jährigen Heinz Spross. Das Duo hatte zuvor die Männerabteilung verlassen, bevor 2020 ein chinesisches Konsortium den Klub übernahm. Im März wurde Vogel und Spross in einem Artikel des “Blick” ungebührliches Verhalten im Umfeld der Frauenmannschaft vorgeworfen. Der Klub hat daraufhin eine externe Untersuchung eingeleitet, um die Vorwürfe zu überprüfen. Es wird berichtet, dass Spross einen anzüglichen Spruch getätigt haben soll und Vogel mehrfach Spielerinnen nach Hause einlud. Zudem soll er gemeinsam mit dem Team im Januar 2025 in Antalya trainiert haben. Obwohl diese Vorfälle nicht rechtlich relevant sind, deuten sie auf mangelnde Sensibilität hin. Vogel streitet die Vorwürfe ab und könnte sich juristisch gegen den “Blick” zur Wehr setzen. Er war in den 1990er Jahren GC-Manager mit Werner H. Spross als finanziellen Rückhalt. Nach einer Unterbrechung kehrte er 2007 zurück, nun unterstützt von Heinz Spross. Trotz eines Bruchs im Jahr 2019 blieb das Duo dem Frauenfussball treu, wo sie bis mindestens 2028 die Finanzierung sicherstellen. Obwohl der Männerfussball unter amerikanischer Führung kriselt, bleibt der Frauenfussball finanziell abhängig. Nach der Übernahme durch den Los Angeles FC im Januar 2024 kam es zu keiner Annäherung zwischen der Frauenabteilung und dem Klub. Spross trug weiterhin die Kosten. Während des erfolgreichen Jahres 2025 war das Duo präsent, auch bei wichtigen Spielen. Spross unterbrach seinen Spanien-Aufenthalt für ein entscheidendes Spiel gegen YB und hielt eine Rede nach der Niederlage. Vogel, leicht humpelnd im Regen, gratulierte den Spielerinnen. Vogels Einfluss gründet auf dem Kapital von Spross. In einem Gespräch mit der NZZ am Sonntag 2004 beschrieb er sich selbst als unsensibel und durchsetzungsfähig. Er holte für GC fünf Meisterschaften, drei Cups und zweimal die Champions League. João Paiva trainierte 2025 die erfolgreichen GC-Frauen, vermittelt von Walter Grüter, einem langjährigen Vertrauten Vogels. Als Managerin Lara Dickenmann im April 2024 den Klub verließ, war es wiederum Vogel, der im Hintergrund wirbelte. Vogels Vergangenheit im Männerfussball und seine Aussagen über Betrug werfen Fragen auf, wie er sich im Frauenfussball einfügt. Er kam durch seine zweite Ehefrau zu diesem Engagement, die ihm versprochen wurde, die GC-Frauen nicht im Stich zu lassen. Der ehemalige Metzgerssohn studierte Literatur und Soziologie und wurde als “Direktor” des Fussballdramas beschrieben.