Mit der bevorstehenden Sanierung ab 2027 wird die Schweizerische Nationalbibliothek ein neues Kunstwerk erhalten. Die Jury hat sich nun für das Projekt «Sedimente» von Shirana Shahbazi aus Zürich entschieden, wobei die Umsetzung beim Bundesamt für Bauten und Logistik liegt.
Für den sogenannten Bücherturm mit seinen acht Ebenen im Innenraum der Berner Hallwylstrasse war eine künstlerische Intervention gesucht worden. Shahbazi schlägt eine zurückhaltende Wandgestaltung vor, die mittels Sgraffito-Technik unterschiedliche Schichten freilegt und so abstrakte Muster oder Bilder erzeugt. Diese Gestaltung symbolisiert laut Mitteilung des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) vom Dienstag das Freilegen von Wissens- und Zeitschichten. Die Arbeit orientiert sich formal und farblich an der Architektur und macht die Idee von Archiv, Geschichte und Materialität als ‘Sedimente’ sichtbar.
Shahbazi präsentierte ihr Projekt zusammen mit sechs weiteren schweizerischen Künstlerinnen und Künstlern in einer Sitzung am 4. und 5. März, woraufhin eine Jury aus Kunst-, Architektur- und Denkmalpflegeexperten sowie Vertretern der Nationalbibliothek und des Bundes entschied.
Der Wettbewerb «Kunst am Bau für die Sanierung und Erweiterung Nationalbibliothek Bern» wurde bereits im August 2025 vom Bundesamt für Bauten und Logistik in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kunstkommission und dem Einvernehmen des Bundesamts für Kultur ins Leben gerufen. Ziel war es, ein Werk zu finden, das die kulturelle Vermittlungsfunktion der Nationalbibliothek hervorhebt und sich harmonisch in den 1931 errichteten denkmalgeschützten Bau integriert.
Die sieben eingereichten Projekte können bis zum 1. Mai in einer öffentlichen Ausstellung in der Nationalbibliothek besichtigt werden.