Herbert Saurugg, ein renommierter Experte für Krisenmanagement, hebt die zunehmende Verwundbarkeit Europas hervor. Aufgrund der Energiewende und externer Konflikte wie dem Iran-Krieg sieht er das Risiko von Blackouts steigen. Saurugg betont die Notwendigkeit eines systemischen Ansatzes in der Energiepolitik, da aktuelle Strategien zu Instabilitäten führen können.
Saurugg warnt davor, dass wir verlernt haben, mit Extremsituationen umzugehen. Er gründete nach seinem Ausscheiden aus dem österreichischen Bundesheer eine Gesellschaft zur Krisenvorsorge und berät nun Regierungen sowie Unternehmen. Die Häufigkeit von Stromausfällen in Europa hat sich seit den 60er Jahren dramatisch erhöht, wobei die Blackouts von 2024 bis 2025 auf dem Balkan besonders hervorstechen.
Saurugg prognostiziert ein nahes großflächiges Blackout und erklärt, dass der Ausbau von Photovoltaikanlagen das Stromnetz anfälliger macht. Er kritisiert die bisherige Umsetzung der Energiewende, da schwankende Energiequellen wie Sonnen- und Windenergie zu einer Instabilität beitragen. Die Herausforderung besteht darin, die Produktion und den Verbrauch von Strom stets auszugleichen.
Das Blackout in Spanien und Portugal war ein Beispiel für das Scheitern der Netzbetreiber bei der vorausschauenden Planung. Ein Blackout ist nicht nur ein regionaler Ausfall, sondern eine massive Störung, die schnelle Reaktionen erfordert. Saurugg betont, dass die Folgen eines solchen Ereignisses weitreichend sind und zu einem Zusammenbruch von Kommunikationssystemen führen können.
Saurugg appelliert an jeden Einzelnen, sich auf Krisen vorzubereiten, indem er Lebensmittelvorräte anlegt. Er selbst verfügt über einen gut bestückten Keller und empfiehlt Taschenlampen statt Kerzen im Notfall. Die Gesellschaft darf sich nicht blind auf staatliche Hilfe verlassen und muss in die Selbstversorgung investieren.
Saurugg sieht Österreich als besser vorbereitet an, was er auf seine Bemühungen zur Krisenvorsorge zurückführt. Er unterstreicht die Wichtigkeit von ehrlicher Kommunikation seitens des Staates und betont das Potenzial für Panik bei unzureichender Vorbereitung. Seine Erfahrungen zeigen, dass eine offene Haltung gegenüber möglichen Krisen zu besserer Resilienz führt.
Abschließend verweist Saurugg auf die Energiekrise durch den Iran-Krieg und warnt davor, dass die Folgen weit über gestrichene Flüge hinausreichen werden. Er vergleicht die gegenwärtige Situation mit einem sich anbahnenden Tsunami, dessen volles Ausmaß noch nicht erkannt wird.