Woher stammen die Zahlen zu den hohen Mietkosten? Das neue Miet-Barometer, welches am Dienstag veröffentlicht wurde und von Sotomo im Auftrag des Schweizer Mieterinnen- und Mieterverbandes erstellt wurde, basiert auf einer Umfrage unter fast 35.000 Mietern. Fast zwei Fünftel der Teilnehmenden gaben an, dass die Miete mittlerweile mindestens ein Drittel ihres Haushaltsbudgets beansprucht.
Ist dies eine zu hohe Belastung? Die früher empfohlene Faustregel, nicht mehr als ein Drittel des Budgets für Wohnkosten aufzuwenden, ist mittlerweile überholt. Philipp Frei von der Budgetberatung Schweiz erklärt, dass diese Empfehlung angepasst wurde und nun vorsieht, die Wohnkosten unter 25 Prozent der Nettoeinnahmen zu halten.
Ist ein Viertel des Einkommens für Mietzahlungen realistisch? Laut Frei ist dies in vielen Regionen der Schweiz eine unrealistische Vorstellung. Viele Menschen können nicht einfach umziehen, da sie beispielsweise am aktuellen Wohnort arbeiten oder ihre Kinder dort zur Schule gehen. Daher sind einige Mieter gezwungen, in teureren Wohnungen zu leben.
Konsequenzen hoher Mietkosten: Wenn mehr als 30 Prozent des Einkommens für die Miete aufgebracht werden müssen, ist an anderer Stelle sparen angesagt. Dies betrifft beispielsweise Urlaubsreisen oder private Vorsorge. Frei berichtet von Fällen, in denen Menschen fast die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben und kaum noch etwas für andere Lebensbereiche übrig bleibt.
Gibt es weniger verfügbares Geld? Insbesondere für die untere Mittelschicht hat sich das zur Verfügung stehende Einkommen in den letzten dreißig Jahren verringert. Während früher mehr als 8,5 Prozent des Haushaltseinkommens frei verfügbar waren, sind es heute im Schnitt nur noch etwa dieser Anteil für alltägliche Bedürfnisse wie Schullager oder Sportvereine.
Welche anderen Ausgaben belasten das Budget? Krankenkassenprämien machen einen großen Teil der Haushaltsausgaben aus. Während Einzelpersonen früher etwa 5 Prozent ihres Einkommens dafür aufwendeten, sind es heute rund 10 Prozent. Bei Familien ist dieser Anteil noch stärker gestiegen.
Wie viel finanzielle Reserve sollte man anlegen? Die Budgetberatung empfiehlt drei Monatslöhne für Einzelpersonen und sechs für Familien als Reserve. Doch diese Empfehlungen entsprechen laut Frei oft nicht der Realität, da viele Menschen solche Reserven gar nicht mehr haben.