Nach Ablauf einer dreitägigen Frist hat das iranische Regime laut Berichten der Staatsmedien auf den von Washington vorgelegten Entwurf geantwortet. Die rasche Reaktion könnte auch durch die Vermittlung Katars beeinflusst worden sein.
Am Sonntag teilte Irans Aussenminister Abbas Araghchi über den Kurznachrichtendienst X mit, dass Iran seine Antwort auf den amerikanischen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts offiziell durch pakistanische Vermittler weitergeleitet hat. Diese Mitteilung wurde auch von staatlichen Medien bestätigt. Obwohl zunächst keine Bestätigung aus den USA erfolgte, haben Vertreter der pakistanischen Regierung die Erhaltung einer Antwort Irans auf den 14-Punkte-Plan der Amerikaner bekräftigt. Der Inhalt dieser Antwort blieb bis zum Abend jedoch unbekannt. Laut Isna, der iranischen Nachrichtenagentur, konzentriert sich Teherans Reaktion auf die Beendigung des Krieges und die Sicherheit auf See im Persischen Golf sowie in der Straße von Hormuz. Weitere Details sollen bald folgen, wie Aussenminister Araghchi verkündete.
In ihrem jüngsten Friedensvorschlag forderte die amerikanische Regierung unter anderem, dass Iran für eine bestimmte Zeit auf das Anreicherungsverfahren von Uran verzichtet. Der Plan sieht zudem vor, dass beide Staaten im Laufe der Verhandlungen schrittweise ihre Restriktionen bezüglich der Schifffahrt in der Straße von Hormuz lockern.
Beobachter hatten eine begrenzte Einigung für wahrscheinlich gehalten, während ein umfassendes, dauerhaftes Abkommen als unwahrscheinlich galt. In diesem Kontext betonte Präsident Masud Pezeshkian in einem Tweet am Sonntag die Unnachgiebigkeit Irans gegenüber Feinden und machte deutlich, dass Dialog oder Verhandlungen nicht mit Unterwerfung gleichzusetzen seien. Ziel sei vielmehr der Schutz nationaler Interessen.
Dennoch scheinen Iran und die USA in ihren Bemühungen um ein Ende des Konflikts allmählich näher zusammenzurücken, offenbar unterstützt durch Vermittlung aus Katar. Am Samstag trafen sich laut «Axios» der amerikanische Aussenminister Marco Rubio und Sondergesandte Steve Wirtzoff mit dem katarischen Ministerpräsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani in Miami, wobei dieser bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran eine Vermittlerrolle spielt. Auch wenn Pakistan offiziell als Vermittler auftrat, war Katar im Hintergrund aktiv. Al Thani hatte zuvor angeblich den amerikanischen Vizepräsidenten J.D. Vance in Washington getroffen.
Die Amerikaner schätzen die Effektivität der Katarer in den Verhandlungen mit Iran laut «Axios». Am Sonntag warnte Al Thani Aussenminister Araghchi telefonisch davor, die Straße von Hormuz als Druckmittel zu nutzen, da dies die Krise verschärfen würde, so berichtet das «Wall Street Journal».
Zehn Wochen nach Kriegsbeginn konnten die USA und Israel Iran nicht besiegen, haben ihn jedoch militärisch stark geschwächt. Eine Recherche des «Wall Street Journal» ergab, dass Israel einen geheimen Militärstützpunkt in der irakischen Wüste errichtet hat, um Spezialeinheiten zu beherbergen und als logistisches Drehkreuz für die Luftwaffe zu dienen. Such- und Rettungsteam sollen dort stationiert sein, falls israelische Piloten abgeschossen werden.
Vertraute Personen berichteten der Zeitung, dass Washington von diesem Stützpunkt wusste. Im März drohte eine Entdeckung durch irakische Einheiten nach Meldungen eines Schäfers über ungewöhnliche militärische Aktivitäten in der Gegend. Israel soll die Truppen mit Luftangriffen auf Distanz gehalten haben, bei denen ein irakischer Soldat ums Leben kam.
Die irakische Regierung kritisierte den Angriff, der von ihr Amerika zugeschrieben wurde, und reichte eine Beschwerde bei den Vereinten Nationen ein. Irakische und arabische Medien berichteten über den Vorfall und spekulierten über die beteiligten Kräfte. Obwohl die USA mehrfach Angriffe im Irak durchgeführt haben, um eigene Stützpunkte zu schützen, waren sie an dieser Militäraktion nicht beteiligt.
Die Recherchen des «Wall Street Journal» beleuchten, wie Israel einen Luftkrieg gegen Iran führen konnte: Vom Irak aus war die Entfernung nach Iran deutlich kürzer als von Israel aus. Die geografische Lage der Wüstenregion im Westen und Südwesten des Iraks ermöglichte es den Israelis, strategisch günstigere Positionen einzunehmen.