Welche Kosten darf politische Beteiligung verursachen? Anders ausgedrückt: Ab welchem Betrag kann dies das Wählen verhindern? Diese Frage beschäftigt derzeit etwa 230.000 in der Schweiz stimmberechtigte Personen, die im Ausland leben.
Maxime Bergamin, Vizepräsidentin des Swissclub Denmark, erklärt gegenüber SWI Swissinfo: «Ein Brief kostet 46 dänische Kronen (5.60 Franken) und benötigt vier bis sechzehn Werktage für den Versand in die Schweiz, was häufig die Abstimmungsfristen überschreitet.» Obwohl 5.60 Franken pro Sendung annehmbar erscheinen mögen, summieren sich diese Kosten auf 22.40 Franken im Jahr bei vier Abstimmungen.
Kanada und Irland bieten günstigere Optionen mit jeweils 3 bzw. 3.20 Franken. Zeitkritische Wähler wählen jedoch oft schnellere Dienste aus, wie in Irland für 12.80 Franken. Roland Erne vom Auslandschweizerrat in Irland berichtet von Bedenken hinsichtlich dieser Portokosten: «Ich habe das schon mehrfach gehört», sagt er.
Ruth Perracini-Liechti aus Costa Rica, wo die Rücksendung etwa zehn Franken kostet, weist darauf hin, dass verspätete Lieferungen der Abstimmungsunterlagen eine größere Hürde darstellen: «Selbst wenn wir die Unterlagen erhalten, glaube ich, dass einige aufgrund der Kosten nicht abstimmen.» Die Community ist sich einig, dass die Verzögerung oft mehr als die Kosten zum Problem wird.
Auf Swisscommunity fragte eine Nutzerin im Februar: «Liebe Schweizerinnen in Dänemark, hat jemand bereits Wahlunterlagen für den 8. März erhalten?» Da Dänemark ab Ende 2025 die öffentliche Briefzustellung beendet hatte, wurden die Stimmcouverts erstmals vom privaten Dienstleister Dao zugestellt.
Die Erfahrungen in Dänemark sind gemischt: Einige empfangen ihre Unterlagen rechtzeitig, andere zu spät oder gar nicht. Die Bundeskanzlei informierte sich bei der Eidgenössischen Abteilung für auswärtige Angelegenheiten und berichtete, dass die Versorgung durch die Umstellung nicht beeinträchtigt sein sollte.
Wer sicherstellen möchte, dass das Stimmcouvert rechtzeitig eintrifft, nutzt Kurierdienste – was zusätzliche Kosten verursacht. Aus Shanghai kostet dies laut Daniel Heusser, dem Auslandschweizerrat aus China, rund 30 Franken; aus Sri Lanka etwa 100. Der dortige Auslandschweizerrat Rolf Blaser gibt zu bedenken: «Dies hält mich vom Wählen ab – und wahrscheinlich auch alle anderen Schweizer in dieser Region.»
Flurina Dünki aus Mexiko-Stadt musste für eine sichere Privatpost im letzten März 60 Franken aufwenden. Sie empfiehlt, dass Stimmberechtigte zusammen ein Sammelcouvert verschicken.
Nach dem E-Voting-Debakel in Basel ist das Vertrauen in solche Lösungen gesunken. Ein flächendeckendes Schweizer E-Voting-System würde bis zu 600 Millionen Franken kosten – eine Last, die vom Staat getragen werden müsste.