Die Katastrophe von Crans-Montana löste eine mediale Empörungswelle in Italien aus. Alessandro Politi, ein italienischer Journalist für die RAI, war vor Ort und erlebte den Zorn der Walliser Einheimischen. In den italienischen Medien kursieren Schlagworte wie «Schande» oder «kaltherzig», während auch in der Schweiz Vorurteile über italienische Berichterstattung bestehen.
Alessandro Politi, ein Freelance-Journalist und Dozent, hat die Ereignisse als Korrespondent beobachtet. Im Rahmen eines Interviews mit der NZZ erklärte er, wie das Bild der Schweiz in Italien von einem Symbol für Effizienz zu einer Quelle der Enttäuschung wurde. Die langsame Bearbeitung der Spitalrechnungen durch die Walliser Behörden verschärfe diese Wahrnehmung.
Politi äußerte sich skeptisch über einige Entscheidungen der Staatsanwaltschaft von Sion, darunter das späte Auffinden wichtiger Zeugen und Verzögerungen bei den Ermittlungen. Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, wurde für seine fehlende Empathie in einer Pressekonferenz kritisiert.
Während seiner Arbeit in Crans-Montana erlebte Politi mehrere Aggressionen. Einmal versuchten Angestellte von Jacques Moretti, ihm Gewalt anzutun. Auch Passanten griffen ihn an, weil sie glaubten, er verbreite Falschinformationen.
Während einige italienische Medienberichte stark übertrieben seien und Hass schürten, betonte Politi die Wichtigkeit einer differenzierten Betrachtung. Er kritisierte zudem den Einfluss von Infotainment in der Berichterstattung.
Um die Spannungen zwischen Italien und der Schweiz zu lösen, müssten strafrechtliche Unklarheiten rasch geklärt werden, um das Vertrauen wiederherzustellen.