Viktor Vekselberg, ein bedeutender Industrieller mit starken Verbindungen zur Schweiz, hat auch Jahre nach den US-Sanktionen gegen ihn weiterhin einen tiefgreifenden Einfluss auf die Unternehmen, an denen er beteiligt ist. Dies wurde bei einer kürzlich abgehaltenen Generalversammlung von Medmix in Cham deutlich. Ursprünglich war es Journalisten gestattet, teilzunehmen – bis bekannt wurde, dass Berichterstattung geplant sei. Der Grund für die plötzliche Ausladung lag im hohen Anteil von 40 Prozent, den Vekselberg an Medmix hält.
Das Unternehmen, ein Spezialist für Präzisionsgeräte und Teil des Winterthurer Traditionskonzerns Sulzer, sah sich 2022 mit Herausforderungen konfrontiert, als es aufgrund von Verbindungen zu Vekselberg auf eine polnische Sanktionsliste gesetzt wurde. Dies führte zum Verkauf der polnischen Tochtergesellschaft und zur Verlagerung wichtiger Produktionsprozesse nach Spanien.
Ein darauffolgender Rechtsstreit mit dem Käufer eskalierte, als ein polnisches Gericht Medmix verpflichtete, rund 13,5 Millionen Franken plus Zinsen zu zahlen. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig und wird von Medmix angefochten. Das Unternehmen, das im Jahr 2025 einen Umsatz von 448 Millionen Franken und einen Reingewinn von 7 Millionen Franken verzeichnete, sieht sich durch diesen potenziellen finanziellen Schaden erheblich bedroht.
Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Risiken für Schweizer Unternehmen wie Medmix, Sulzer und Oerlikon, in denen Vekselbergs Holdinggesellschaften Liwet und Tiwel beteiligt sind. Mehr als acht Jahre nach den ersten US-Sanktionen gegen Vekselberg bleibt der Schatten über diesen Firmen.
Berichte von Mitarbeitern und ehemaligen Angestellten zeigen, dass Lieferanten und Kunden Geschäfte mit Unternehmen unter Vekselbergs Einfluss zögern. Finanztransaktionen werden intensiver geprüft, was zu Verzögerungen oder sogar zur Ablehnung durch Banken und Versicherungen führen kann.
Sulzer betont die Unabhängigkeit des Unternehmens und die strikte Einhaltung aller regulatorischen Anforderungen. Medmix’ CEO René Willi unterstreicht den Einsatz für transparente Kommunikation, auch wenn vereinzelte Finanzdienstleister eine Zusammenarbeit verweigern.
Der Verkauf der polnischen Produktionsstätte von Medmix an eine nahestehende Person des damaligen Managements führte zu einem Rechtsstreit über die Bezahlung mit Darlehen statt Bargeld. Das Urteil könnte weitere Implikationen haben, da es als möglicher Einflussnahme auf das polnische Unternehmen gedeutet werden könnte.
Vekselberg selbst hofft weiterhin auf eine Aufhebung der Sanktionen und beschäftigt Anwälte in den USA. Obwohl er beteuert, keine Verbindung zu Putins innerem Zirkel zu haben, bleibt seine finanzielle Lage kompliziert, da Dividenden aus seinen Schweizer Beteiligungen einbehalten werden.
Das Urteil und der mögliche Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Medmix machen deutlich, dass Sanktionen weitreichende Auswirkungen haben können. Während das Gerichtsurteil noch nicht endgültig ist, bleibt abzuwarten, wie sich dieser Fall weiterentwickeln wird.