Im Rahmen der diesjährigen Parade zum Tag des Sieges auf dem Roten Platz demonstrierte Russlands Präsident Vladimir Putin mit einer reduzierten Gästeanzahl die aktuelle Lage seiner Truppen in der Ukraine. Trotz zunehmender Gegenangriffe Kiews und einem Stagnieren der Front steht Putin fest: «Ich bin fest davon überzeugt: Unsere Sache ist gerecht, wir stehen zusammen, der Sieg war immer und wird immer auf unserer Seite sein», betonte er scharf. Der Kremlchef hob hervor, dass die russischen Soldaten inspiriert von den Helden des Zweiten Weltkriegs agierten, während sie einer von Nato unterstützten aggressiven Macht entgegentreten würden, ein Krieg, der 2022 begonnen wurde. Trotz westlicher Unterstützung für die Ukraine seien «unsere Helden» vorwärtsmarschiert, wie Putin behauptete.
Trotz dieser Aussagen scheint es unwahrscheinlich, dass Putin seine strategischen Ziele in der Ukraine erreichen wird. Während des öffentlichen Auftritts mit internationalen Gästen wurde er von einem massiven Sicherheitsaufgebot geschützt und das mobile Internet war abgeschaltet.
Eine überraschende Entwicklung ist die Bekanntgabe einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenruhe zwischen Kiew und Moskau, die den Austausch von 1000 Kriegsgefangenen vorsieht und bis zum 11. Mai gelten soll. Bisher gibt es keine Berichte über Verstösse gegen diese Vereinbarung.
Russland hatte zuvor angekündigt, alle Truppenbewegungen vom 8. bis 10. Mai im Zusammenhang mit dem Tag des Sieges über Nazi-Deutschland einzustellen, doch am Freitag gab es weiterhin Kämpfe und Angriffe.
An der Parade beteiligen sich auch Soldaten aus Russlands Militäreinsatz in der Ukraine. Eine Staffel russischer Kampfflieger wird den Abschluss bilden und den Himmel mit den Farben der nationalen Flagge schmücken.
Der Tag des Sieges, gefeiert am 9. Mai in Moskau aufgrund der Zeitverschiebung zur Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 um 02:41 Uhr Moskauer Zeit, bleibt ein zentrales Datum für Russland.