Zürichs Münsterhof, ein historischer Platz eingerahmt vom Fraumünster und verschiedenen Zunfthäusern sowie Geschäften und Cafés, war seit Jahrzehnten verstopft mit Autos. Seit 2016 autofrei, wartet der Platz auf Belebung – bisher erfolglos. Nach unbeständigen Versuchen wie Sonnensegel und einer temporären Wieseninstallation von Heinrich Gartentor im Sommer 2019, blieb die dauerhafte Begrünung aus. Geplante Winterlinden konnten nicht gepflanzt werden, da Einsprachen und das kantonale Amt für Raumentwicklung wegen denkmalpflegerischer Interessen intervenierten.
Die Stadt Zürich hat nun auf mobile Pflanztröge gesetzt, um grüne Elemente flexibel zu integrieren. Diese Initiative unterscheidet sich von vorübergehenden Begrünungsaktionen am Paradeplatz und Schiffbau. Die neue Strategie beinhaltet den Einsatz von Jungbäumen und Stauden in mobilen Gefäßen, die nicht für eine dauerhafte Einpflanzung vorgesehen sind. Am Montag wurden fünf Pflanztröge mit Rundbänken aufgestellt.
Die Auswahl umfasst einheimische und mediterrane Arten wie Judasbaum, hitzeresistenten französischen Ahorn sowie Kräuter wie Oregano. Simone Brander, die SP-Tiefbauvorsteherin, betonte in einer Mitteilung die Flexibilität der Lösung, welche Veranstaltungen und Rettungswege unbeeinträchtigt lässt.
Die Stadt plant das Projekt fünf Jahre lang zu begleiten, um Erkenntnisse über dessen Effekt auf die Aufenthaltsqualität sowie den Unterhalt zu sammeln. Dieser Ansatz soll der Bevölkerungsnachfrage nach mehr Grün und Schatten am Münsterhof zumindest teilweise gerecht werden.