Nach einer Auszeit von etwa sechs Monaten meldet sich Mattea Meyer mit neuer Energie im politischen Betrieb zurück. Die Zürcher Nationalrätin und SP-Co-Präsidentin hatte sich zuvor durch Überlastung erschöpft, was sie im Podcast “Meyer:Wermuth” offen thematisiert. Sie kritisiert die ständige Erreichbarkeit als Symptom einer leistungsorientierten Gesellschaft.
Diese Erfahrung teilen viele ihrer Kolleginnen. Corina Gredig von der GLP verweist auf das Dilemma, das durch zahlreiche digitale Kommunikationskanäle entsteht. Die dreifache Mutter und Generalsekretärin eines Verbands bemängelt die ständige Ablenkung durch WhatsApp-Nachrichten. Sie plädiert dafür, die App nur für dringende Anliegen zu nutzen, um die Konzentration nicht zu verlieren.
Gredig betont weiterhin, dass Verfügbarkeit nicht gleichzusetzen sei mit Verantwortlichkeit; erstere stünde oft im Weg zur sorgfältigen Bearbeitung von Aufgaben. Auch Nina Fehr Düsel von der SVP erlebt den digitalen Nachrichtenstrom als Stressfaktor und bemüht sich um Priorisierung. Die Mutter zweier Kinder hat sich bewusst aus vielen WhatsApp-Gruppen zurückgezogen, da diese oft ablenkend wirken.
Fehr Düsel beobachtet ebenfalls die ständige Erreichbarkeit über verschiedene Plattformen. Sie versucht ihren Kindern ein Beispiel zu geben und nutzt das Smartphone in bestimmten Situationen lautlos. Trotzdem gibt es Momente, wie bei Medienanfragen, wo sie Abwesenheit riskiert.
Die Nationalrätin fühlt sich mit Meyer verbunden, da auch sie bereits Phasen intensiven Stresses erlebt hat. Ihre Familie unterstützt sie dabei, regelmäßig abzuschalten und Pausen zu machen. Sport und Natur helfen ihr zusätzlich, den Stress hinter sich zu lassen.
Mattea Meyers Erlebnisse lehren Fehr Düsel, auf Warnsignale wie Müdigkeit ernsthaft zu reagieren, Auszeiten einzulegen und nicht immer sofortige Reaktionen zu erzwingen. Effizienz bei der Arbeit sowie festgelegte Zeiten für die Beantwortung von Mails und Nachrichten sind ihre Strategie gegen den digitalen Stress.