Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben ihren Ausstieg aus dem Ölkartell OPEC bekannt gegeben, was voraussichtlich zu niedrigeren Ölpreisen führen wird. Dieser Schritt spiegelt die Interessen der Scheichs wider, da sie mit den Käufern nun auf einer Linie liegen.
Der Konflikt im Persischen Golf offenbart neue Dynamiken: Iran zeigt, dass es ohne nukleare Waffen Drohnen und Schnellboote nutzen kann, um die strategische Seestraße von Hormuz zu blockieren. Dieses Szenario hat nicht zu mehr Einigkeit unter den Golfländern geführt; vielmehr eskalierte der Streit zwischen Abu Dhabi und Saudi-Arabien nach dem Austritt der VAE aus der OPEC.
Mit ihrem Rückzug schwächt sich die Organisation erdölexportierender Länder spürbar. Die Emirate, der drittgrößte Produzent im Bündnis, verlassen die OPEC nach fast 60 Jahren und streben danach, ihre Fördermengen autonom zu gestalten. Diese Entscheidung folgt langjährigen Spannungen, insbesondere mit Riad.
Für Erdölimporteure weltweit, einschließlich Autofahrer an den Zapfsäulen, bringt dieser Schritt eine willkommene Nachricht, besonders nach dem Beginn des Iran-Konflikts vor mehr als acht Wochen. Die OPEC zielt darauf ab, über koordinierte Fördermengen die Ölpreise zu steuern, doch durch den Ausstieg der Emirate wird erwartet, dass diese ihre Produktion und damit den Marktverkauf erhöhen, was preisdämpfend wirken könnte.
In den vergangenen Jahren haben die VAE in ihre Produktionskapazitäten investiert. Ihre Pläne können jedoch erst umgesetzt werden, wenn der Tankerverkehr durch Hormuz sicher ist. Die globale Ölnachfrage dürfte aber auch dann hoch bleiben. Viele Länder wollen ihre Lager aufstocken und sich vor zukünftigen Engpässen schützen.
Die OPEC hatte bereits vor dem Konflikt an Einfluss verloren, insbesondere durch das Aufkommen der USA als führender Ölproduzent und -exporteur. Während die OPEC in den 1970er Jahren etwa die Hälfte des globalen Ölangebots lieferte, war es im Jahr 2024 nur noch ein Drittel.
Auch innerhalb der Organisation kämpfte man mit Abweichungen. Die Emirate zählten zu diesen und setzten stets auf eine höhere Förderung statt Preisstabilisierung. Ihr Austritt ist von besonderer Bedeutung, da Saudi-Arabien nun noch mehr Einfluss im Kartell gewinnen wird, während die Macht der OPEC insgesamt schrumpft.
Die Erweiterung zur OPEC+ 2016 mit Ländern wie Russland konnte den Einfluss nicht signifikant stärken. Die Gruppierung ringt weiterhin mit Abweichlern wie Kasachstan.
Es ist möglich, dass weitere Mitglieder der OPEC dem Beispiel der VAE folgen werden, etwa Venezuela, das seine Produktion nun an US-amerikanische Prioritäten ausrichtet. Präsident Trump hat die OPEC nie gemocht. Die Emirate können ihre Beziehungen zu den USA nun ohne Einschränkungen vertiefen.
Die VAE streben danach, durch höhere Öleinnahmen schneller unabhängiger vom Ölsektor zu werden, der immer noch etwa ein Viertel ihres Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Sie setzen auf Tourismus und Finanzdienstleistungen als alternative Wirtschaftsstützen.
Die Notwendigkeit von Öleinnahmen zeigt sich auch an der Benennung des Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt – benannt nach Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan, der Dubai während der globalen Finanzkrise 2008 mit Ölgeldern rettete.
Die Regierung in Abu Dhabi hofft, dass sich ihr Austritt aus der OPEC als ebenso weitsichtig erweisen wird. Viele Autofahrer weltweit teilen diese Hoffnung.