Trotz seiner Rolle als Vermittler zwischen den USA und Iran bleibt das Misstrauen der Amerikaner gegenüber Pakistan bestehen. Der Ursprung des iranischen Atomprogramms liegt im Khan-Netzwerk, und wie involviert Pakistan darin war, ist weiterhin umstritten. Republikanischer Senator Lindsey Graham äußerte sich jüngst kritisch über Pakistan: «Ich traue Pakistan nicht», forderte er die Entfernung Pakistans aus der Vermittlerrolle im Konflikt mit Iran. Dies kam nach Berichten des amerikanischen Senders CBS, wonach iranische Militärflugzeuge auf pakistanischen Basen Unterschlupf gefunden haben sollen. Die Pakistaner wiesen diese Vorwürfe zurück, während Trump seine Unterstützung für Pakistan bekräftigte: «Die Pakistaner waren großartig». Bereits seit Jahrzehnten gibt es Anschuldigungen, dass Pakistan ein doppeltes Spiel spielt – eine scheinbare Freundschaft zu den USA, die tatsächlich einer Feindseligkeit gleichkommt. Dennoch blieb Pakistan für die Amerikaner ein notwendiger Partner, insbesondere bei Irans Bemühungen, zur Atommacht aufzusteigen. Das iranische Atomprogramm begann unter dem Schah und wurde nach der Machtübernahme durch die Mullahs 1979 ausgesetzt. Der Krieg gegen den Irak führte jedoch zu einer Neubewertung, da Iran auf Unterstützung angewiesen war. In den späten 1980er Jahren wandte sich Iran an Pakistan, trotz der gespannten Beziehung zwischen dem pakistanischen Militärherrscher Zia-ul-Haq und dem Revolutionsführer Khomeiny. Der pakistanische Physiker Abdul Qadir Khan spielte eine Schlüsselrolle bei Pakistans eigenem Atomprogramm. Nach Indiens erster Atombombe im Jahr 1974 bot er Premierminister Bhutto seine Hilfe an, um Pakistan zu einer atomaren Macht aufzubauen. Khan stahl mithilfe seines Arbeitgebers die Konstruktionspläne für Zentrifugen – essenziell für Urananreicherung. Khan gründete später das Khan Research Laboratories in Pakistan und schuf ein Netzwerk, das Nukleartechnologie weltweit vertrieb. Diese Aktivitäten führten dazu, dass die Carter-Regierung 1979 ihre Hilfe an Pakistan stoppte. Doch mit dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan im selben Jahr begann eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. 1987 lieferte das Khan-Netzwerk Iran Technologien und Material für sein Atomprogramm, basierend auf europäischer Technologie. Dieses Netzwerk belieferte auch Nordkorea, Libyen und andere Staaten. Trotz amerikanischer und israelischer Bemühungen blieb das Ausmaß der Aktivitäten von Khan weitgehend unentdeckt. 1998 testete Pakistan seine erste Atombombe. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde die Beziehung zu den USA wieder intensiviert, da sie Pakistans Unterstützung im Kampf gegen die Taliban benötigten. Die Affäre um Khan und das Khan-Netzwerk führte in den USA zu Verdächtigungen über eine doppelzüngige Politik Pakistans. Khan gestand später seine Taten, wurde unter Hausarrest gestellt und 2009 begnadigt. Sein Tod im Jahr 2021 machte ihn zum Nationalhelden in Pakistan. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Pakistan haben sich seitdem verbessert, wobei Pakistan eine Vermittlerrolle zwischen den USA und Iran übernommen hat. Ohne das Khan-Netzwerk wäre das iranische Atomprogramm wahrscheinlich nie so weit fortgeschritten.