Die Polizeibehörde in Hertfordshire hat ihre Untersuchung der Vergewaltigungsanschuldigungen gegen den einflussreichen und frauenfeindlichen Andrew Tate wieder aufgenommen. Ursprünglich eingestellt, gibt es nun Hinweise auf Ermittlungsversäumnisse im Fall. Die Vorwürfe beziehen sich auf mutmaßliche Vergewaltigungen aus den Jahren 2014 und 2015.
Die Wiederaufnahme der Ermittlungen folgt einer internen Untersuchung durch die Aufsichtsbehörde, ausgelöst durch mögliche Mängel bei der ersten Bearbeitung des Falls. Drei Frauen hatten in den Jahren zuvor Anschuldigungen gegen Tate erhoben, doch nach vierjähriger Prüfung wurde der Fall 2019 geschlossen, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Andrew Tates Sprecher betonte gegenüber der BBC, dass alle Vorwürfe von dem 39-Jährigen entschieden zurückgewiesen werden.
Die Frauen äußerten sich erfreut über die Wiederaufnahme der Ermittlungen und betonten: “Wir haben nie aufgehört, nach Gerechtigkeit zu streben.” Sie hatten bereits in einem Zivilverfahren gegen Tate geklagt, welches im Juni nächsten Jahres beginnen soll.
Neben den britischen Verfahren stehen die Tate-Brüder auch vor Gericht in Rumänien. Dort bestreiten sie ebenfalls alle Anschuldigungen. Nach Abschluss des rumänischen Prozesses könnten sie wegen weiterer Vergewaltigungsvorwürfe und Menschenhandels nach Großbritannien ausgeliefert werden, so die Polizei Bedfordshire, die einen internationalen Haftbefehl erlassen hat. Die Vorwürfe in diesem Fall gehen auf die Jahre 2012 bis 2015 zurück.
Andrew Tate, gebürtig aus den USA und heute mit Wohnsitz in Rumänien, ist bekannt für seine frauenverachtenden Äußerungen im Internet, die Millionen junger Menschen erreichen. Sein jüngerer Bruder Tristan unterstützte ihn dabei. Die Tate-Brüder wuchsen nach der Scheidung ihrer Eltern bei ihrer Mutter in Luton nahe London auf und besitzen sowohl US-amerikanische als auch britische Staatsbürgerschaft.