Der Sportwagenhersteller Porsche setzt inmitten einer internen Krise auf eine Neuausrichtung hin zu seinem Kerngeschäft und kündigt die Schließung von drei Tochterunternehmen an. Dies betrifft rund 500 Mitarbeiter.
Nach Angaben des Unternehmens aus Stuttgart soll die Batterietochter Cellforce, die eBike Performance GmbH sowie die Softwarefirma Cetitec nicht weitergeführt werden, wie Vorstand und Aufsichtsrat entschieden haben. Der neue Vorstandsvorsitzende Michael Leiters betont, dass das Unternehmen sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren müsse, um eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung zu gewährleisten. Dies erfordere auch schwierige Entscheidungen bezüglich der Tochtergesellschaften.
Erst vor Kurzem gab Porsche bekannt, seine Beteiligung am Luxussportwagenhersteller Bugatti verkaufen zu wollen. Die Schließung von Cellforce wurde bereits im August angekündigt, wobei damals ein Personalabbau bei mehr als zwei Dritteln der 280 Mitarbeiter geplant war. Der Strategiewechsel weg von ambitionierten Elektroauto-Zielen hin zu mehr Verbrennern lässt für Cellforce keine tragfähige Perspektive mehr zu. Rund 50 Arbeitsplätze sind davon betroffen.
Die Porsche eBike Performance GmbH, die für die Entwicklung von E-Bike-Antriebssystemen gegründet wurde, wird ihre Aktivitäten aufgrund veränderter Marktbedingungen einstellen. Dies betrifft etwa 350 Mitarbeiter an den Standorten Ottobrunn und Zagreb. Bei Cetitec sind rund 60 deutsche und 30 kroatische Mitarbeiter betroffen; die Geschäftsleitung wird Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen.
Porsche-Chef Leiters hatte bereits zu Beginn seiner Amtszeit einen umfangreichen weiteren Stellenabbau angekündigt. Bis 2029 sollen rund 1900 Stellen in der Region Stuttgart sozialverträglich wegfallen, hinzu kommen ausgelaufene Verträge von etwa 2000 befristeten Mitarbeitern. Verhandlungen über ein weiteres Sparpaket sind noch ohne Ergebnis.
Der ehemals ertragreiche Konzernarm der VW-Muttergesellschaft erlebt seit 2025 wirtschaftliche Schwierigkeiten: Das Konzernergebnis sank auf nur noch 310 Millionen Euro, was einem Rückgang von über 91 Prozent gegenüber dem bereits schwächeren Vorjahr entspricht. Im ersten Quartal dieses Jahres fiel der Gewinn um fast ein Viertel.
Viele Faktoren tragen zu dieser Lage bei: Probleme in China, hohe Kosten durch US-Zollpolitik und geringere Nachfrage nach Elektromodellen belasten das Unternehmen. Der Strategiewechsel beim früheren Chef Oliver Blume kostete Porsche rund 2,4 Milliarden Euro. Die Cellforce-Abwicklung verschlang bereits im Vorjahr etwa 700 Millionen Euro; für das laufende Jahr werden weitere 900 Millionen Euro Kosten erwartet.
Angesichts der Lage wurden die Mitarbeiterprämien gestrichen und auch dem Vorstand wurde kein Bonus für 2025 gezahlt. Zudem hat Porsche seinen Vorstand von acht auf sieben Mitglieder reduziert; Sajjad Khan, zuständig für Autosoftware, verlässt das Unternehmen, seine Aufgaben übernimmt Entwicklungschef Michael Steiner.