Der ehemalige mexikanische Botschafter in Kuba, Ricardo Pascoe, beschreibt die aktuelle Situation Kubas als eine Krise für Linke weltweit. Er betont, dass die internationale Isolation Kubas ein neues und beunruhigendes Phänomen darstellt. Trotz des historischen Engagements Mexikos gegenüber Kuba habe sich die Realität geändert, wie das Ende der Öllieferungen zeigt.
Pascoe war von 2000 bis 2002 unter Präsident Vicente Fox Botschafter in Kuba und erlebte eine persönliche Desillusionierung. Er sieht im Verhalten der lateinamerikanischen Linken eine ideologische Blindheit, da sie Diktaturen wie die Kubas, Venezuelas oder Nicaraguas nicht anerkennt. Diese Ignoranz habe zur Stärkung rechter Parteien beigetragen.
Unter den linken Regierungen Mexikos wurden Milliarden Dollar an Öl nach Kuba geliefert, ohne Gegenleistung – ein Handel im Namen der Solidarität. Doch die USA erlauben Russland den Öltransport zu Kuba unter bestimmten Bedingungen. Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind komplex; während Obama mit Raúl Castro direkte Verhandlungen führte, fordert nun Marco Rubio politische Veränderungen als Teil der Gespräche.
Raúl Castro bleibt die treibende Kraft hinter den aktuellen Diskussionen. Jedoch wird ein Wandel, der über reine wirtschaftliche Öffnung hinausgeht, von der kubanischen Führung abgelehnt. Interne Machtstrukturen und persönliche Geschäftsinteressen erschweren Veränderungen.
Die Kubaner selbst sehen sich in einer unerträglichen Lage, die sie nicht allein lösen können. Die lange erwartete Hilfe von internationalen Verbündeten fehlt weitgehend. Pascoe kritisiert zudem eine kubanische Kultur des Selbstmitleids und der Erwartung externer Rettung, was ihn verstört.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Lösung kompliziert. Ein schneller Sturz der kubanischen Regierung scheint unwahrscheinlich, da das Regime tief verwurzelt und international erfahren ist.