Infolge einer Güterzugentgleisung im August 2023 hat die SBB zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Wie sie bekannt gab, wurden in der vergangenen Nacht an etwa zehn Standorten vor dem Gotthard-Basistunnel Entgleisungsdetektoren aktiviert. Diese Geräte können kritische Situationen erkennen und Kollisionen verhindern.
Die Anlagen befinden sich auf einem besonders «sensiblen Abschnitt», der für hohe Geschwindigkeiten sowohl von Personen- als auch Güterzügen bekannt ist, wobei dort Spurwechsel über Schnellfahrweichen möglich sind. Die SBB unterstreicht in ihrer Mitteilung, dass technische Systeme allein nicht ausreichen würden. Stattdessen sei eine verbesserte Instandhaltung von Güterwagen und die Anpassung des Haftungsrechts im Schienengüterverkehr entscheidend, da heute das transportierende Eisenbahnverkehrsunternehmen haftet und nicht der Wagenhalter.
Als Ursache für die Entgleisung 2023 identifizierte die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) einen Radbruch bei einem Güterwagen. Die SBB unterstützt den Schlussbericht und die vom Bund festgelegten Maßnahmen.
Mit der Einführung der Entgleisungsdetektoren entfällt ab sofort eine seit 2024 bestehende temporäre Geschwindigkeitsreduktion von 160 km/h vor dem Tunnel.
SRF 4 News, 12.5.2026, 14 Uhr; sda/zero; schc; brus