Der Schweizer Wohnungsmarkt ist angespannt, und die Suche nach bezahlbarem Wohnraum gestaltet sich für viele schwierig. Die nationale Leerwohnungsziffer von etwa einem Prozent verschärft die Situation weiter. Michael Töngi, Vizepräsident des Mieterinnen- und Mieterverbands, macht steigende Mieten für die Lage verantwortlich: «In den letzten 20 Jahren sind die Mieten um 30 Prozent gestiegen, während die Teuerung nur um 10 Prozent zugenommen hat.» Er fordert Maßnahmen zur Entlastung der Mieterinnen und Mieter.
Tina Deplazes, Präsidentin von Die Mitte Zürich, sieht das Hauptproblem im unzureichenden Angebot. «Viele Vorschriften und langwierige Bauverfahren führen zu einem Mangel an Mietwohnungen», bemängelt sie. Im Gegensatz dazu argumentiert Jacqueline Badran, SP-Vizepräsidentin, dass die Leerwohnungsziffer zwischen 2008 und 2020 fast verdoppelt wurde und somit sinkende Mieten erwartbar gewesen wären. Sie vermutet jedoch: «Es wird Renditen erzielt, die über dem gesetzlichen Rahmen liegen.»
Manfred Bühler von der SVP sieht die steigende Nachfrage als Hauptursache für die hohen Mieten und betrachtet die Migration als wesentlichen Faktor. «Eine Reduktion der Zuwanderung auf 20’000 oder gar 10’000 pro Jahr würde den Druck auf den Wohnungsmarkt verringern», so Bühler.
Nach Angaben des Bundesamts für Statistik stiegen die Mieten im Jahr 2025 um 2,4 Prozent und im Vorjahr um 3,2 Prozent. Bühler ist sich bewusst über die steigenden Preise, glaubt aber an die Bereitschaft vieler Menschen, hohe Preise zu zahlen, etwa aus Gründen des Wohnortes oder familiärer Bindungen: «Ich bin sicher, dass nur wenige Leute ihre Mietkosten als völlig übertrieben empfinden würden.»
Michael Töngi widerspricht und betont das Fehlen einer ausreichenden Auswahl an Wohnungen in den Agglomerationen: «Letztlich müssen die Menschen nehmen, was verfügbar ist.» Während alle Parteien sich darauf einigen, dass mehr gebaut werden sollte, gibt Jacqueline Badran zu bedenken, dass dies nicht automatisch zu sinkenden Mieten führen würde. Dennoch plädiert sie für eine effiziente Nutzung des vorhandenen Raums: «Nicht nebeneinander, sondern aneinander bauen ist der Schlüssel – ein Hochhaus hat etwa dreimal weniger Ausnutzung als eine dichte Altstadt.»
Tina Deplazes befürwortet ebenfalls den Bau neuer Wohnungen und schlägt vor: «Man soll Lücken schließen, in die Höhe bauen und aufstocken.»