Das spanische Gesundheitsministerium hat dem Kreuzfahrtschiff «Hondius», das von Hantavirus-Ausbrüchen betroffen ist, die Einfahrt in einen kanarischen Hafen gestattet. Diese Entscheidung erfolgte nach Absprache mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU im Einklang mit internationalem Recht und humanitären Prinzipien.
Zurzeit liegt das Schiff, auf dem etwa 150 Menschen an Bord sind, vor Kap Verde. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) prüft derzeit eingehend den Zustand an Bord, um zu entscheiden, welche Personen dringend evakuiert werden müssen.
Die übrigen Passagiere sollen mit dem Schiff nach Spanien gebracht werden, wo sie in drei bis vier Tagen eintreffen dürften. Da Kap Verde die nötige Infrastruktur nicht bereitstellen kann, wie von der WHO bestätigt, sind die Kanarischen Inseln als nächstgelegene Option mit den erforderlichen Kapazitäten ausgewählt worden.
Spanien fühlt sich moralisch und rechtlich verpflichtet, diesen Menschen zu helfen. Dies gilt insbesondere für mehrere spanische Staatsbürger unter den Betroffenen. Daher wurde die Notfallverlegung eines in kritischem Zustand befindlichen Arztes auf die Kanaren per Lazarettflugzeug genehmigt.
Auf den Kanarischen Inseln sollen Besatzungsmitglieder und Passagiere medizinisch untersucht und behandelt werden, bevor sie in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Drei Todesfälle sind bisher zu beklagen: ein älteres niederländisches Ehepaar sowie eine deutsche Frau, so die Mitteilung des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions.
Die WHO geht davon aus, dass die Infektion von dem verstorbenen niederländischen Ehepaar ausgegangen ist, das sich möglicherweise vor der Kreuzfahrt in Argentinien angesteckt hat.