Laut einer Studie der Universität Basel zeigen die Sprachkenntnisse von Aargauer Vorschulkindern Defizite. Diese Erkenntnis basiert auf Untersuchungen in 84 Gemeinden des Kantons, bei denen sich herausstellte, dass fast 38 Prozent der drei- bis vierjährigen Kinder Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache benötigen; einige sprechen kaum oder gar kein Deutsch.
Der Bericht legt offen, dass vielen Kindern die deutsche Sprache bereits ein halbes Jahr vor dem Eintritt in den Kindergarten keine Priorität zukommt. Eine frühzeitige Bildung in einer Kita oder Spielgruppe zeigt sich jedoch als bedeutend für die Entwicklung der Deutschkenntnisse.
Der Aargau führt im Zuge eines neuen Volksschulgesetzes, welches den Fokus auf kindgerechte Förderung legt, Sprachstandserhebungen ein. Diese Erhebungen sollen 18 Monate vor dem Kindergartenbesuch stattfinden und dienen der frühen Sprachförderung.
Die neue Regelung sieht ab nächstem Jahr obligatorische Tests in allen Gemeinden des Kantons Aargau vor, wobei dieses Jahr bereits 84 von rund 200 Gemeinden freiwillig teilnahmen. Die Daten wurden über einen Fragebogen an die Eltern gesammelt und zeigten eine Rücklaufquote von über 90 Prozent.
Martina Bircher, Bildungsdirektorin des Kantons Aargau, ist als Auftraggeberin der Studie bekannt und äußert sich trotz vorheriger Erwartungen besorgt. Sie betont die Notwendigkeit früher Förderprogramme, um Chancengleichheit für alle Kinder zu schaffen.
Nicht nur Deutschkurse stehen im Fokus, sondern auch andere Bildungsangebote wie Kindertagesstätten und Spielgruppen. Diese sollen den Kindern eine breite Basis an Fähigkeiten vor dem Schulstart vermitteln. Neben dem Aargau hat der Kanton Basel-Stadt die Sprachstandserhebungen als Pionier eingeführt; 15 Kantone nutzen mittlerweile diese Erhebungsmethodik.
In mehreren anderen Kantonen, darunter Thurgau und Solothurn, gibt es ähnliche Initiativen zur frühen Förderung. Auch in größeren Städten wie Zürich wird viel in die sprachliche Frühförderung investiert.
Bildungsdirektorin Bircher berichtet von Kindern, deren schulische Entwicklung durch fehlende grundlegende Fähigkeiten beeinträchtigt ist. Die Gemeinden sind verantwortlich für die Einführung oder Erweiterung solcher Frühförderungsangebote, während der Kanton finanzielle Unterstützung bis zu 400 Franken pro Kind leistet.
Regionaljournal Aargau Solothurn, 13.5.2026, 6:30 Uhr