In meinem jüngsten Beitrag über das Festival da Jazz St. Moritz erwähnte ich, dass Christian Jott Jenny und Rebecca Bretscher, die das Event seit Jahren organisieren – er als Inhaber des “Amts für Ideen”, sie als Geschäftsführerin –, Sparringpartner sind. Daraufhin erhielt ich eine leichte Rüge von Herrn H. aus G., einem renommierten Konzertveranstalter und Wortkünstler. Er korrigierte mich bezüglich des Fugen-s im Wort “Sparringspartner”, wie es der Duden vorsieht.
Das Thema des Fugen-s hätte eigentlich einen eigenen Artikel verdient, da es so unberechenbar ist wie die göttliche Inspiration: Mal steht es, mal fehlt es. Warum beispielsweise sagt man Zimmertür und nicht Zimmer-tür oder Verkehrszeichen statt Verkehr-zeichen? Diese Fragen möchte ich gern untersuchen – heute jedoch nicht, da Herr H.’s Brief weiterging.
Nach dem Hinweis auf die allgemeine falsche Schreibweise von “Sparringspartner” fügte er hinzu: «Ein schreckliches Wort. Auch die Rolle, eigentlich schlimm…». Ich wurde ertappt, denn ich hatte den Begriff positiv gemeint; es sollte eine gleichberechtigte Zusammenarbeit symbolisieren, in der Ideen ausgetauscht und diskutiert werden.
Tatsächlich hat das Wort jedoch seine Ursprünge im Boxsport. Dort ist der Sparringspartner kein ebenbürtiger Gegner, sondern ein Übungspartner, der Schlägen standhält, ohne voll zurückzuschlagen. Zwar hofft auch der Boxer auf einen intakten Partner zur Verbesserung seiner Technik, doch es bleibt eine asymmetrische Beziehung: Der Sparringspartner bleibt namenlos und unentlohnt.
Persönlich habe ich – zum Entsetzen meiner Angehörigen – einst oft Profiboxen verfolgt, sogar ikonische Kämpfe mehrmals angeschaut. Heute beschränkt sich mein Interesse auf zwei legendäre Box-Duelle in den Filmen “Battling Butler” (1926) von Buster Keaton und “City Lights” (1931) von Charlie Chaplin, die ich immer wieder wegen ihrer Eleganz und subtilen Komik genieße – fast wie bei Mozart-Opern.